Welt-Alzheimer-Tag am 21. September: „In Zeiten von Corona brauchen Angehörige von Menschen mit Demenz noch mehr Hilfe und Entlastung“

Im Café Malta und im Malteser Tagestreff bieten geschulte  Demenzbegleiterinnen nach der Corona-Zwangspause in kleinen Gruppen mit viel Abstand wieder Aktivitäten wie Sitzgymnastik, Malen und Basteln an. Foto: Malteser Kirchheim
Im Café Malta und im Malteser Tagestreff bieten geschulte Demenzbegleiterinnen nach der Corona-Zwangspause in kleinen Gruppen mit viel Abstand wieder Aktivitäten wie Sitzgymnastik, Malen und Basteln an. Foto: Malteser Kirchheim
Auch im häuslichen Umfeld bieten die Malteser in Form einer Einzelbetreuung Hilfe und Entlastung an. Foto: Malteser
Auch im häuslichen Umfeld bieten die Malteser in Form einer Einzelbetreuung Hilfe und Entlastung an. Foto: Malteser
Die Tagesgäste und deren Angehörige freuen sich, dass die Malteser Tagestreffs in Esslingen und Kirchheim wieder geöffnet sind. Foto: Malteser Kirchheim
Die Tagesgäste und deren Angehörige freuen sich, dass die Malteser Tagestreffs in Esslingen und Kirchheim wieder geöffnet sind. Foto: Malteser Kirchheim

Die Corona-Pandemie hat die pflegenden und betreuenden Angehörigen von Menschen mit Demenz vor zusätzliche gesundheitliche, psychische, soziale und ökonomische Herausforderungen gestellt, wie eine aktuelle Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (www.zqp.de) belegt. „Die Pflege und Betreuung eines dementiell erkrankten Familienmitglieds war schon vor Corona ein Vollzeitjob – allerdings ohne Urlaub und freie Wochenenden", sagt Regine Martis-Cisic, Diplom-Pflegewirtin und Referentin Soziales Ehrenamt bei den Maltesern in Stuttgart. „Durch die Corona-Pandemie werden die Menschen, die pflegebedürftige Angehörige mit Demenz betreuen, vor weitere enorme Herausforderungen gestellt, da viele Routinen, Entlastungsangebote und Besuchsdienste wegfallen“, so Martis-Cisic weiter.  „Für Menschen mit Demenz ist es schwierig, die Virusgefahr und die erforderlichen Maßnahmen zu verstehen. Die Veränderungen in der täglichen und wöchentlichen Routine und das Fehlen von Aktivitäten verunsichern sie. Zudem verlieren die Betroffenen schneller ihre kognitiven Fähigkeiten, wenn die gewohnte Tages- und Wochenstruktur fehlt“, erläutert die Demenz-Expertin. 

Die enorme Belastung zeigte sich in den vergangenen Monaten auch an den verstärkten Anfragen pflegender Angehöriger, ob und wann sie die bewährten Entlastungsdienste der Malteser wieder nutzen können.  „Unterstützungs- und Entlastungsangebote für die Angehörigen sind besonders relevant und sollten krisensicher verfügbar sein“, fordert die Malteser Referentin. Hinzu kommt, dass rund die Hälfte der Pflegenden noch regulär arbeiten geht. „Ohne Hilfe durch Freunde, Familie und professionelle Hilfsangebote, aber auch Verständnis der Arbeitgeber kann kein Pflegender diese Belastung auf Dauer aushalten und wird früher oder später selbst krank", weiß Martis-Cisic. 

Entlastungsangebote der Malteser
Die Malteser in Baden-Württemberg entlasten Angehörige durch ambulante Gruppenangebote sowie im Rahmen ihrer Besuchs- und Begleitungsdienste im häuslichen Umfeld. Mit einem neuen Betreuungs- und Hygienekonzept kommen in derzeit 15 Angeboten in Baden-Württemberg Frauen und Männer mit Demenz in einem „Café Malta“ stundenweise wieder unter Menschen. Hier bieten geschulte Malteser Demenzbegleiterinnen und -begleiter nach der Corona-Zwangspause in kleinen Gruppen mit viel Abstand im Freien oder in regelmäßig gelüfteten Räumen wieder Aktivitäten wie Malen, Basteln oder Sitzgymnastik an, die sich nach den Interessen und Fähigkeiten der Gäste richten. Auch in den beiden Malteser Tagestreffs in Esslingen und in Kirchheim/Teck können jeweils drei bis vier Menschen mit Demenz unter Einhaltung strenger Infektionsschutzregeln wieder ihren Tag verbringen. Während dieser Zeit ermöglichen die Malteser den Angehörigen so etwas wie Freizeit im Alltag. Die häuslichen Betreuungsdienste sind ein weiteres Angebot der Malteser für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Dabei kommt ein Demenzbegleiter nach Hause, geht mit dem Betroffenen spazieren oder macht unterschiedliche Angebote je nach Fähigkeiten und Interesse der Betroffenen. Zudem bieten die Malteser mit Gesprächsgruppen für pflegende Angehörige Raum für Austausch und Hilfe.

„Die Last der Pflege und Betreuung müssen Angehörige nicht allein tragen. Wir Malteser schenken mit unseren Angeboten einige Stunden Freiraum in der Woche“, erklärt die Demenz-Expertin. Dabei zeigt die Erfahrung, dass nicht nur die Angehörigen, sondern auch die Menschen mit Demenz sehr profitieren: „Der Betreuende ist entspannter und das spürt die Person mit Demenz sofort", stellt Martis-Cisic fest. 

Suche nach interessierten Ehrenamtlichen
Um die Angebote für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen weiter ausbauen zu können, suchen die Malteser immer interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich in diesem Bereich ehrenamtlich engagieren möchten. Sie bieten hierfür eine umfangreiche Vorbereitung und Qualifizierung, regelmäßigen Austausch und Fortbildungen an. 

Informationen zu den Angeboten der Malteser für Menschen mit Demenz erteilen:
Regine Martis-Cisic (Malteser Stuttgart): Tel. 0711 / 92582-39, Email: regine.martis-cisic@malteser.org

Marija Galjer (Malteser Freiburg): Tel. 0761 / 45525-147, Email: marija.galjer@malteser.org 

Angebote der Malteser für Menschen mit Demenz

Angebote der Malteser für ältere Menschen

Corona-Hilfen der Malteser

Hintergrund: 
In Deutschland sind etwa 3,4 Millionen Menschen pflegebedürftig, etwa drei Viertel von ihnen werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut und versorgt. Nach neuesten von der Deut-schen Alzheimer Gesellschaft vorgestellten Zahlen leben in Deutschland derzeit rund 1,6 Millio-nen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Nach neuen Studien wird sich die Krankenzahl bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöhen. Bisher musste von rund 3 Millionen ausge-gangen werden. Die Ursache für den verlangsamten Anstieg könnte in einem insgesamt besse-ren Gesundheitszustand der Bevölkerung und liegen.