Tag des Ehrenamts 2023

Mit Freude, Selbstverständlichkeit und Nähe zum Menschen

In Baden-Württemberg engagieren sich rund 10.000 Malteser ehrenamtlich, in unterschiedlichsten Bereichen. Bei den Maltesern in Baden-Württemberg sind diese Freiwilligen in den Einsatzdiensten, im Katastrophenschutz, im Integrations- und im Hospizbereich, im Sozialen Ehrenamt und anderen Bereichen tätig. Zehn dieser Ehrenamtlichen stellen wir hier auf der Seite vor.

Alle ehrenamtlich Tätigen leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft und helfen Menschen in Not. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Malteser und leisten einen wertvollen Beitrag zur Arbeit der Malteser. „Ohne die Ehrenamtlichen wäre unsere Gesellschaft nicht funktionstüchtig”, sagt Edmund Baur. „Wir danken allen Ehrenamtlichen für ihr unermüdliches Engagement und die Freude, die sie in ihre Arbeit stecken.”

Im Gespräch mit Ehrenamtlichen der Malteser Baden-Württemberg

Florian Hambach, ehrenamtlicher stellvertretender Diözesanleiter der Diözese Rottenburg-Stuttgart

2021 wurde Florian Hambach zum stellvertretenden Diözesanleiter der Malteser Rottenburg-Stuttgart berufen. In dieser Funktion unterstützt er in ehrenamtlicher Funktion Diözesanleiter Karl-Eugen Graf als dessen Stellvertreter. Florian Hambach ist zudem Stadtbeauftragter in Winnenden und seit 2015 Kreisbeauftragter im Rems-Murr-Kreis.  Zudem vertritt er die Malteser der Diözese als Delegierter bei den Bundesversammlungen der Malteser.

Florian Hambach über seine Tätigkeit im Ehrenamt

Florian Hambach über seine Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich bei den Maltesern im Ehrenamt?

Für mich ist es eine große Ehre, das verantwortungsvolle Amt ausüben und so vielen, tollen Menschen begegnen zu dürfen.

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus… 

Den typischen Tag gibt es nicht. Das Ehrenamt hält immer viele Überraschungen bereit. Mal darf ich verdiente Malteser auszeichnen, mal bei der Konfliktlösung helfen und mal Strategien entwerfen, um den Verband weiterzuentwickeln.

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt habe ich gelernt…

Mein Ehrenamt lehrt mich jeden Tag aufs Neue demütig und dankbar zu sein, und allen Menschen mit Offenheit zu begegnen. Kommunikation ist der Schlüssel.


Britta Gümpel, ehrenamtliche Leiterin des Besuchsdienstes mit Hund in Wiesental

Britta Gümpel ist mit ihren zwei Hunden Teil der Malteser Rettungshundestaffel, außerdem Leterin des Besuchsdienstes mit Hund und befindet sich außerdemh in der Ausbildung zur Ersten-Hilfe-Ausbilderin.

Britta Gümpel über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Britta Gümpel über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Ich engagiere mich bei den Maltesern weil... 

ich Spaß daran habe, in einer Gruppe, in der ich mich wohlfühle, mit meinen Hunden etwas Sinnvolles zu tun.

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus

Die Rettungshundestaffel trifft sich um 9:45 an einem ausgemachten Treffpunkt, von dort wird gemeinsam in das ausgewählte Trainingsgebiet gefahren. Dann macht jedes Hund-Mensch-Team je nach Trainingsstand, Können und Befinden ein bis drei Suchen, übt Anzeigeverhalten oder trainiert andere Situationen und Schwachstellen.

Zwischendurch gibt es meistens einen kleinen Mittagssnack. Nach vier bis sechs Stunden ist das Training dann zu Ende und alle gehen müde und glücklich nach Hause. Da kann es dann aber durchaus passieren, dass sobald man es sich auf der Couch gemütlich gemacht hat, der Pieper geht, man schnell wieder in die Einsatzkleidung springt und sich für einen Sucheinsatz nach einer vermissten Person wieder auf den Weg zur Dienststelle macht.

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt…

... habe ich einen anderen Blickwinkel auf die Arbeit im sozialen Bereich bekommen, bilde mich hier nebenberuflich weiter und hoffe zumindest, neben meiner "normalen Arbeit" noch etwas tun zu können, das Anderen hilft oder ihnen eine Freude bereitet.


Dr. Gertrud Herrmann, Ärztin in der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung in Mannheim

Gertrud Herrmann ist Ärztin für Allgemeinmedizin und arbeite mit drei weiteren Kollegen (im Wechsel) in der allgemeinmedizinisch-internistische Sprechstunde.

Gertrud Herrmann über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Gertrud Herrmann über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich im Ehrenamt bei den Maltesern?  

Ich engagiere mich ehrenamtlich bei der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung, weil, ich die Arbeit für Menschen ohne Krankenversicherung als notwendig und sinnvoll erachte und mein Rentnerstatus mir dies zeitlich ermöglicht.

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus

Ab 8:30Uhr beginnen wir mit den Glucosebelastungstests bei Schwangeren. Danach kommen Patienten mit chronischen oder akuten Erkrankungen. Manchmal ist eine sonographische Untersuchung notwendig oder ein EKG.

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt…

...hat sich mein Blickwinkel auf die Bedürftigkeit vieler Menschen im nächsten Umfeld geändert, aber ich habe auch die positive Erkenntnis mitgenommen, dass die Bereitschaft zu helfen doch sehr „verbreitet“ ist“.


Verena Lazios, ehrenamtliche Einsatzsanitäterin in Rottenburg

Verena Lazios arbeitet bei den Maltesern ehrenamtlich im Sanitätsdienst, in der Erste-Hilfe-Ausbildung und im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

Verena Lazios über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Verena Lazios über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich im Ehrenamt bei den Maltesern?  

Mein Antrieb liegt darin, Menschen in Not zu helfen, mein Wissen rund um das Thema Erste-Hilfe weiterzugeben, damit möglichst viele im Ernstfall schnell und effektiv helfen können. Ich finde es wichtig, das Bewusstsein zu schärfen, wie wichtig Erste Hilfe ist.

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir …

… je nach Arbeitsbereich anders aus: Steht ein Sanitätsdienst an, treffe ich mich mit den anderen Einsatzkräften an der Dienststelle. Bevor es losgeht, ziehen wir uns um, überprüfen unser Material und machen eine Abfahrtskontrolle. Am Veranstaltungsort angekommen, melden wir uns beim Veranstalter und der Leitstelle an, verschaffen uns einen Überblick und nehmen schließlich unsere Position ein. Kommt es während der Veranstaltung zu medizinischen Notfällen, versorgen wir die Betroffenen und dokumentieren die ergriffenen Maßnahmen. Wenn die Veranstaltung zu Ende ist packen wir zusammen, melden uns ab und machen uns auf den Rückweg. An unserer Dienststelle angekommen lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren, bevor wir nach dem Umziehen dann wieder nach Hause fahren.

Steht hingegen ein Erste-Hilfe-Kurs an, beginnen wir mit der Vorbereitung des Schulungsraums. Sobald die Teilnehmenden eingetroffen sind, kann es auch schon losgehen. Gemeinsam schauen wir uns alle lebensrettenden Sofortmaßnahmen sowie weitere Maßnahmen an, die nach Bedarf angewendet werden können, und üben diese intensiv ein. Besonders wichtig ist es mir dabei, offene Fragen zu klären, um mögliche Ängste zu nehmen und letzte Unsicherheiten zu beseitigen. Die Pausen nutze ich für organisatorische Aufgaben, wie zum Beispiel die Lehrgangsdokumentation oder das Ausstellen von Bescheinigungen. Im Anschluss an den Kurs heißt es dann Aufräumen und Putzen, damit auch die anderen Ausbilder ihre Kurse bestmöglich abhalten können.

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt…

… habe ich die Möglichkeit bekommen, mich aktiv einzubringen und so einen positiven Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Dadurch habe ich nicht nur fachlich dazugelernt, sondern mich auch persönlich weiterentwickelt. Ich bin verantwortungsbewusster, offener und selbstbewusster geworden, durfte bundesweit viele tolle Menschen kennenlernen und habe gelernt, dass schon die kleinsten Gesten Großes bewirken können. Sich ehrenamtlich zu engagieren ist einfach eine wundervolle Erfahrung, die ich jeder und jedem ans Herz legen kann.


Miriam Leue, ehrenamtliche Mitarbeiterin im Mädelstreff in Konstanz

Miriam Leue arbeitet bei den Maltesern ehrenamtlich im Mädelstreff, einem Angebot für junge Mädchen mit und ohne Migrationshintergrund in Konstanz.

Miriam Leue über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Miriam Leue über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich im Ehrenamt bei den Maltesern?  

Die Herausforderung, Mädchen und junge Frauen mit Fluchthintergrund auf ihrem Weg in der neuen Heimat zu unterstützen und zu bestärken, hat mich vor mehr als fünf Jahren gereizt. Inzwischen sind unsere Projekte gewachsen, es macht mir Spaß und bringt Freude, die Entwicklung unserer Teilnehmerinnen zu sehen. Außerdem sind wir ein tolles ehrenamtliches Team, das gemeinsam so viel bewegen kann. Die Menschen und die Arbeit in diesem Projekt bereichern mein Leben.

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus

Wir sind rund um die Uhr für unsere Mädchen da. Die Planung der Treffen beginnt schon Tage vorher, Kommunikation und Rücksprache mit den Eltern nehmen viel Raum ein. Oft gibt es einen Workshop oder Vortrag vorzubereiten. Die Treffen selbst sind das Highlight: Sie inspirieren uns alle, seien es z. B. ein Stärkenworkshop oder eine Wanderung am See.

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt…

…habe ich erkannt, wie wichtig Engagement für die Gesellschaft ist. Und gemerkt, dass ein Empowerment-Projekt für junge Frauen auch mich nachhaltig für mein Leben stärkt.


Nora Lösch, ehrenamtliche Hospizbegleiterin aus Stuttgart

Neben ihren Maschinenbaustudium engagiert sich Nora Lösch seit einem halben Jahr als ehrenamtliche Sterbebegleiterin für das Kinder- und Jugendhospiz in Stuttgart. Bei diesem Ehrenamt begleitet sie junge Menschen auf ihrem herausfordernden Weg und erlebt gemeinsam mit ihnen sowohl traurige als auch schöne Momente. 

Nora Lösch über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Nora Lösch über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich bei den Maltesern im Ehrenamt?

Meine Motivation liegt darin, jungen Menschen dabei zu helfen, mit den Herausforderungen des Schicksals besser umzugehen. In meinem Einsatz versuche ich, einen Raum zu schaffen, in dem wir offen über Tod und Krankheiten sprechen können. Für mich bietet sich durch dieses Ehrenamt die Chance, unglaublich tolle, starke und inspirierende junge Menschen kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln, die mein Leben nachhaltig bereichern.

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus… 

Er beginnt oft erst mittags oder abends nach der Arbeit. Die Gestaltung der meist 2-3 Stunden ist von den Wünschen des zu begleitenden Kindes/jungen Erwachsenen abhängig. Hierbei ist vom gemeinsamen Trampolinspringen über Fahrradtouren bis zum Eisessen alles dabei. 

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt bei den Maltesern habe ich…

…. insbesondere erkannt, wie wichtig das „richtige“ Zuhören ist und gleichzeitig festgestellt, dass es bedeutende Unterschiede zur Sterbebegleitung im Erwachsenenhospiz gibt. 


Alexander Thomys, ehrenamtlicher Stadtbeauftragter der Malteser in Reutlingen

Seit diesem Oktober ist Alexander Thomys Stadtbeauftragte der Reutlinger Malteser. Als Stadtbeauftragter hat er die Aufgabe, die Gliederung zusammen mit dem Ortsvorstand zu organisieren und die Malteser zusammen mit dem Reutlinger Kreisbeauftragten Michael Donth nach außen zu repräsentieren – beispielsweise gegenüber der Stadtverwaltung. Zugleich legt Alexander Thomys großen Wert darauf, auch selbst im Einsatzdienst zu bleiben – bei allen organisatorischen Aufgaben. Im Bereich des Katastrophenschutzes ist er weiter als Einsatzsanitäter und Gruppenführer aktiv. 

Alexander Thomys über seine Tätigkeit im Ehrenamt

Alexander Thomys über seine Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich im Ehrenamt bei den Maltesern?

Ich habe die Malteser kennenlernen dürfen, als ich im Bezirk Neckar-Alb auf geringfügiger Basis tätig war. Da lag der Sprung ins Ehrenamt – mitten in der Corona-Pandemie – nicht weit, zumal ich schon bei der Freiwilligen Feuerwehr ehrenamtlich aktiv bin und mir daher die hohe Bedeutung von Freiwilligen im Katastrophenfall schon immer sehr bewusst war. Ich habe die Malteser als sehr aufgeschlossen erlebt – und ich bin mir sicher, dass wir in Reutlingen einiges bewegen können, um uns künftig noch besser aufzustellen. Daran mitzuarbeiten, macht mir großen Spaß. Mein großes Ziel ist, mich um die Belange der Ehrenamtlichen zu kümmern – ihnen gute Arbeitsbedingungen zu schaffen, damit sie Spaß im Ehrenamt, bei Lehrgängen und Sanitätsdiensten haben und dann auch im Einsatzfall effektiv helfen können.

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus…

Ohne Outlook geht gar nichts. Viele meiner Aufgaben sind mit Absprachen via E-Mails verbunden – von der Beantwortung von Ehrenamtsanfragen bis zur Organisation von Sanitätsdiensten und Lehrgängen. Ich muss an vielen Stellen Kontakte etablieren und am Laufen halten. Stehen Sanitätsdienste an, beginnt unser Einsatz an der Rettungswache – dann geht es mit dem Krankentransportwagen los und ich freue mich, auch einmal praktisch arbeiten zu können. Dazu kommt generell: Lesen, lesen, lesen.

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt bei den Maltesern…

… bin ich geerdeter geworden. Wir haben beispielsweise Sanitätsdienste in Flüchtlingsunterkünften im Kreis Esslingen unterstützt, als viele Menschen zu Beginn des Ukraine-Krieges nach Deutschland geflohen sind. Später haben wir zusammen mit den Maltesern Villingen-Schwenningen mit unserem Krankentransportwagen und weiteren Fahrzeugen auch Flüchtlinge an der ukrainisch-polnischen Grenze abgeholt, weil diese nur medizinisch begleitet und teils liegend transportiert werden mussten. Wenn man das Schicksal dieser Menschen sieht und sie ein Stück weit begleitet, dann kommen einem viele unserer vermeintlichen Probleme im Alltag plötzlich sehr klein vor. Praktisch habe ich aber auch viel gelernt – etwa im Bereich der Menschenführung beim Gruppenführer-Lehrgang. Und natürlich macht es Spaß, zu wissen, wie man in medizinischen Notfällen mehr tun kann, als nur die stabile Seitenlage. 

 


Norbert Scheffler, ehrenamtlicher Diözesanauslandsbeauftragter der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Norbert Scheffler wurde als Diözesanauslandsbeauftragter der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart berufen, weil er bereits seit 1989 in der Auslandsarbeit der Malteser (damals noch in der Malteser Nothilfe) tätig war. Als Auslandsbeauftragter unterstützt er die Gliederungen in der Auslandsarbeit und repräsentiert den Auslandsdienst der Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gegenüber der Bundesebene und in der Öffentlichkeit. 

Norbert Scheffler über seine Tätigkeit im Ehrenamt

Norbert Scheffler über seine Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich im Ehrenamt bei den Maltesern?  

In all den Jahren habe ich sehr viel Erfahrungen, positiv wie auch negativ, in der Arbeit in Osteuropa, mit seinen auch überwiegend orthodox geprägten Kulturen, sammeln können. Dazu bin ich mittlerweile sehr gut in der Auslandsarbeit vernetzt. Die Dankbarkeit, die ich bei diesem Ehrenamt oft erfahren darf, gibt mir viel Kraft, Energie und Motivation, mich in der Auslandsarbeit zu engagieren und Mitmenschen dazu zu bewegen, Gleiches zu tun. 

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus…

Einen typischen Tag im Auslandsdienst gibt es eigentlich nicht. Das ist ein kontinuierlicher Prozess mit ständigen Planungen, Akquise, Vorbereitungen, usw. Die Vorbereitungen zu einer Auslandsreise laufen über mehrere Wochen, manchmal gar Monate, und vieles parallel.

Nehmen wir den letzten Transport mit einer Spedition aus Rumänien: Die Vorbereitungen liefen über zwei Monate. Terminfindung mit der Spedition, weil der mit unserem ehrenamtlichen Engagement der Helfer für das Beladen des Transportes passen muss. Wir hatten Büro- und Wohnraummöbel für unseren Kooperationspartner, dem Kloster Suceava, unter Leitung von Pater Alexandru Morosan, zu verschicken. Ein Teil der Möbel war dann auch für die orthodoxen Kirchen in der Ukraine bestimmt. Dafür mussten wir Zollbestimmungen klären, Mautbefreiungen anfordern und zum Beladen des Zuges Helfer anfragen. Am Beladetag heißt es pünktlich vor Ort sein, um den Sattelzug in Empfang zu nehmen, die Helfer einzuteilen, den LKW beladen. Mit dem Fahrer die Zollpapiere fertigstellen, da Rumänien noch nicht im Schengenraum ist. Wenn alles fertig ist, schreibe ich noch eine Presseinformation zur weiteren Spendenakquise. 

Parallel dazu läuft dann schon wieder die Vorbereitung der nächsten Fahrt. In diesem Falle war es die Lebensmittelbeschaffung für die Ukraine. Auftrag an die Malteser Satu Mare, Lebensmittel vor Ort im Wert von 10.000 Euro zu kaufen. Die notwendige Liste dazu bekamen sie von den Maltesern aus Beregowo.

Aktuell liegt die Jahresabrechnung der beschafften Verbrauchsgüter für die Ambulanz Medjugorje an. Und dann auch schon wieder die Bestellung der notwendigen Güter für den neuen Saisonstart am Palmsonntag 2024 an und die Planung der Auslandsfahrten mit Terminierung für 2024.

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt bei den Maltesern…

…bin ich auch zu meinem Beruf als Krankenpfleger gekommen. Die ersten Schritte dazu waren im ehrenamtlichen Einsatz in der damaligen chirurgischen Ambulanz des Städtischen Krankenhauses Weingarten. Die Tätigkeit im Auslandsdienst, verbunden mit meiner beruflichen Tätigkeit in der Pflege und Betreuung, haben meinen Blick auf die vielerlei vorherrschende Hilfsbedürftigkeit in den Ländern Osteuropas, speziell hier in Rumänien und Belarus, geschärft. Die Notlagen dort haben mich demütig gemacht und gezeigt, in welchem Überfluss und Luxus wir hier in Deutschland leben. Und wie mit wenigen Mitteln oft große Hilfe möglich ist, ob mit finanziellen oder sächlichen Mitteln.


Philipp Marquardt, ehrenamtlich im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz in Stuttgart

Philipp Marquardt ist Einheitsführer der 7. Einsatzeinheit in Stuttgart, Leiter Einsatzdienste sowie stellvertretender Stadtbeauftragter der Malteser Stuttgart. Die Malteser wirken mit den Einsatzkräften im Rahmen der öffentlichen Gefahrenabwehr im Bevölkerungsschutz der Länder und des Bundes mit. Ehrenamtliche wie Philipp Marquardt sind zur Stelle, wenn die Kräfte des Rettungsdienstes und der Feuerwehr nicht ausreichen – wie zum Beispiel bei der Flutkatastrophe im Ahrtal oder während der akuten Phase der Corona-Pandemie.

Philipp Marquardt über seine Tätigkeit im Ehrenamt

Philipp Marquardt über seine Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich im Ehrenamt bei den Maltesern? 

Weil es mir eine große Freude macht Menschen die ehrenamtlich arbeiten möchten, bei dieser sinnvollen Tätigkeit bei uns Maltesern zu fördern und fordern.  
 

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus…

Naja, da ich berufstätig bin, ist dies eher sehr, sehr früh morgens, dass ich administrative Tätigkeiten erledige oder dann abends bis ca. 22 Uhr. Und eben auch an Wochenenden.  

Zu meinen Aufgaben gehört, neue Mitglieder zu gewinnen, die eine ehrenamtliche Aufgabe suchen, die eigenen Teammitglieder auf die richtigen Positionen zu setzen, das Netzwerk innerhalb der "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BOS) weiter zu vertiefen und sich auszutauschen. Außerdem: Die Aufgaben im Bevölkerungsschutz weiter voranzutreiben - im engen Austausch der unteren Katastrophenschutzbehörde und der anderen Hilfsorganisationen - und immer mit einem Lächeln und dem Blick nach vorne gerichtet - für Menschen die uns brauchen dazusein, an 365 Tagen 24/7.  

Wie wichtig unsere Arbeit im Katastrophenschutz ist, haben wir im Team ganz stark gespürt bei unseren Einsätzen während der Flüchtlingshilfe 2015, während der akuten Phase der Corona-Pandemie, im Ahrtal und beim Krieg gegen die Ukraine.

 Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt bei den Maltesern…

… durfte ich in meiner verantwortungsvollen Aufgabe bisher viel bewegen, weiterentwickeln und vorantreiben. Einige Persönlichkeiten durfte ich kennen lernen, zum Beispiel unseren Präsidenten der Malteser, Georg Khevenhüller. Das prägendste Erlebnis war 2013: eine Audienz beim Pabst Benedikt XVI. 

 Meine Erkenntnis? All meine ehrenamtliche Tätigkeit selbstlos, selbstverständlich, mit Liebe und mit der Nähe zum Menschen auszurichten - das macht die Freude und Hingabe bei uns Maltesern aus. 

 


Léonie Poncet, Mitglied in der Rettungshundestaffel und ehrenamtliche Ausbilderin in der Jugendhundegruppe Schwäbisch Gmünd

Léonie Poncet ist aktives Mitglied in der Rettungshundestaffel und steht mit ihrer zweijährigen Hündin Ziva kurz vor der Prüfung zur Rettungshundeführerin. Seit einem halben Jahr ist sie außerdem Teil des Ausbilderteams der Jugendhundegruppe.

Léonie Poncet über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Léonie Poncet über ihre Tätigkeit im Ehrenamt

Warum engagieren Sie sich im Ehrenamt bei den Maltesern? 

Ursprünglich war der Wunsch, ein sinnvolles Hobby mit meinem Hund anzufangen ausschlaggebend für meinen Einstieg in dieses Ehrenamt. Ich merkte allerdings sehr schnell, dass diese ehrenamtliche Tätigkeit sehr viel mehr mit sich bringt als die Zusammenarbeit zwischen Hund und Mensch. Die Gemeinschaft innerhalb unserer Staffel sowie die Bereitschaft jedes Mitgliedes seine Freizeit für das Wohl anderer umzugestalten, sind nur zwei der vielen Gründe, warum ich mich hier so gerne engagiere und auch sehr stolz bin ein Teil dieser Einheit sein zu dürfen. Das Training mit den Kindern und Jugendlichen in unserer Jugendhundegruppe stellt den Fokus auf die Bindung zwischen Kind und Hund, und es macht unglaublich Spaß zu sehen, wie die einzelnen Teams durch spielerische Übungen immer enger zusammenwachsen und auch die Kinder unterschiedlichsten Alters untereinander zusammenfinden und eine tolle Gruppe bilden. 

Ein typischer Tag im Ehrenamt sieht bei mir so aus… 

Wir trainieren mit den unterschiedlichen Gruppen (Jugendhundegruppe und aktive Rettungshunde) an insgesamt drei Tagen in der Woche. An einem dieser Tage geht es für mich nach der Arbeit auf den Hundeplatz, um dort zuerst mit den Kindern und Jugendlichen zu trainieren. Für gewöhnlich werden hier Grundgehorsamsübungen wie Sitz, Steh, Platz und Fuß laufen in der Gruppe geübt, daneben üben wir immer wieder auch weniger geläufige Kommandos und stellen die Teams vor kleine Herausforderungen wie einen Hindernis-Parcours oder kurze Spiele. Direkt im Anschluss trainieren die aktiven Rettungshunde bis meist spätabends auf dem Platz, hier stehen sowohl Gehorsam als auch kleinere Sucharbeiten auf dem Plan.  

Zu diesen Routine-Tätigkeiten kommen über das Jahr verteilt auch noch Vorführungen und Trainingswochenenden dazu. Und auch eine mögliche Alarmierung die einen Einsatz zur Folge hat, gehört bei den aktiven Rettungshunden zu einem typischen Tag dazu, hier sind wir innerhalb kürzester Zeit aus unserem Alltag am Einsatzort und setzen unsere vielen Trainingseinheiten dafür ein, vermisste Personen zu finden.  

Durch meine Tätigkeit im Ehrenamt bei den Maltesern habe ich die Erkenntnis gewonnen…

Was mich am Ehrenamt am meisten fasziniert, ist die Tatsache, dass unterschiedlichste Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen und aus allen Altersgruppen zusammenkommen und sich für eine Sache zusammentun und an einem Strang ziehen. Bei der Rettungshunde- und Jugendhundeausbildung verbindet uns alle die Liebe zu Hunden. Das alleine reicht aus, um eine Einheit zu bilden, die so stark ist, dass jeder weiß, man kann sich in jeder Situation, und vor allem im Ernstfall eines Einsatzes aufeinander verlassen.