Die Hitze sorgte in vielen Städten für ein erhöhtes Einsatzaufkommen. In Böblingen, Bruchsal, Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Stuttgart kamen zusätzliche Rettungsmittel zum Einsatz. In Freiburg, Stuttgart, in der Region Karlsruhe und dem Stadt- und Landkreis Heilbronn wurde eine Außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen – dadurch war es möglich, den Katastrophenschutz zu alarmieren. In Stuttgart waren am Sonntag ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der 7. Einsatzeinheit des Katastrophenschutzes der Malteser Stuttgart den ganzen Tag im Einsatz. Auch in anderen Orten wie in Mannheim, Bruchsal, Karlsruhe, im Ortenaukreis unterstützten ehrenamtlich den Rettungsdienst. Ebenso waren beim Großbrand in Reutlingen die Malteser unterstützend ehrenamtlich vor Ort.
Extremwetter im Zuge des Klimawandels wird zur neuen Herausforderung
Diese Einsätze sind kein Einzelfall. Sie sind ein erster Einblick auf das, was in den kommenden Jahren häufiger werden dürfte. Extremwetterlagen wie Hitzewellen werden im Zuge des Klimawandels zunehmen. Und sie werden das Gesundheitssystem, den Rettungsdienst und auch den Katastrophenschutz zunehmend vor besondere Herausforderungen stellen. Gleichzeitig müssen sich die Menschen darauf verlassen können, im Notfall Hilfe zu erhalten. Der Rettungsdienst ist rund um die Uhr verfügbar und gleicht bereits heute Versorgungslücken aus, wenn andere Bereiche des Gesundheitssystems an ihre Grenzen geraten.
Einsatzkräfte brauchen verlässliche Rahmenbedingungen
Oft rückt dabei jedoch in den Hintergrund, wer diese Leistungsfähigkeit überhaupt möglich macht: die Einsatzkräfte, die unter teils herausfordernden Bedingungen Außergewöhnliches leisten. Ihr Engagement verdient höchste Anerkennung und verlässliche Rahmenbedingungen.
Vor diesem Hintergrund warnen die großen Hilfsorganisationen - darunter auch der Malteser Hilfsdienst - vor Teilen der aktuell angestrebten politischen Reformen, die die Stabilität des Rettungsdienstes gefährden. Geplante Regelungen zur Finanzierung des Rettungsdienstes sehen vor, Vergütungssteigerungen zu begrenzen und damit den Rettungsdienst nicht mehr vollumfänglich und auskömmlich zu finanzieren. Die Hilfsorganisationen unterstützen viele Aspekte der Reformbemühungen und das Ziel, die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung zu stabilisieren. Gleichzeitig betonen sie, dass dies nicht zulasten der Notfallversorgung geschehen darf. Ein leistungsfähiger Rettungsdienst ist ein zentraler Bestandteil der kritischen Infrastruktur und sichert die medizinische Versorgung der Bevölkerung.
Neben den Maltesern fordern der Arbeiter-Samariter-Bund, die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft, das Deutsche Rote Kreuz, die Johanniter-Unfall-Hilfe eine klare gesetzliche Regelung zur vollständigen Refinanzierung aller tatsächlich entstehenden Kosten im Rettungsdienst.
Der Rettungsdienst sichert die Krisenfestigkeit unserer Gesellschaft
Denn eines zeigen die Ereignisse der letzten Tage ganz deutlich: Ein belastbarer und vollfinanzierter Rettungsdienst ist kein Luxus, sondern eine notwendige Sicherheitsgarantie für die Bevölkerung - heute und in Zukunft. Ohne die Hilfsorganisationen, die bundesweit rund 80 Prozent der rettungsdienstlichen Leistungen sicherstellen, wird es bei besonderen Lagen wie Hitzeperioden und anderen Katastrophen sowie Sonderlagen kein leistungsfähiges Unterstützungsnetzwerk geben.
Unter anderem während der Flucht- und Migrationsbewegungen ab 2024 sowie der Corona-Pandemie waren die anerkannten Hilfsorganisationen das Rückgrat des Systems. Kurzfristig wurden durch die Malteser Impf- und Textzentren, Flüchtlingsunterkünfte und Versorgungseinrichtungen aufgebaut und betrieben.
Die enge Verzahnung von Rettungsdienst und Einsatzdiensten sowie Katastrophen- und Zivilschutz, die seitens der Hilfsorganisationen sichergestellt werden, ist langfristig nur gesichert, wenn die Hilfsorganisationen weiterhin im Wesentlichen die Rettungsdienste betreiben und diese entsprechend finanziert werden.
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