Gemeinsam statt einsam im Alter – Begegnungen schaffen Gesundheit
Besonders auch älteren Menschen machen Mobilitätseinschränkungen, der Wegfall früherer Aufgaben oder der Verlust nahestehender Menschen es im Alltag schwer, neue Kontakte zu knüpfen. Die Malteser haben dafür verschiedene Angebote gestartet:
Beispiel: „Miteinander Kochen“ – Gemeinsam schmeckt’s besser
In Kirchheim unter Teck zum Beispiel treffen sich seit kurzem ältere Menschen mehrmals pro Woche zum gemeinsamen Kochen. Das international zusammengesetzte Küchenteam der Malteser kocht gemeinsam mit den Gästen Türkisch, Italienisch, Ungarisch, Schwedisch, Französisch, Schwäbisch. Dabei wird auch auf eine ausgewogene gesunde Ernährung geachtet. Gemüse und Salat kommt zum Beispiel aus dem eigenen Hochbeet, das gemeinsam mit den Gästen gepflegt wird. „Das Schöne ist, dass wir über das Essen gemeinsam ins Gespräch kommen – über andere Länder oder über vergangene Urlaube“, erzählt Heike Nägelein, Geschäftsführerin der Malteser Kirchheim /Teck, die das Projekt initiiert hat. Viele Gäste haben früher ihre Familien versorgt oder als Hauswirtschafterinnen gearbeitet – auch das sind Anknüpfungspunkte zum gemeinsamen Austausch.
Orte, die verbinden
Wie der Malteser Tagestreff schaffen auch die Café Maltas, Seniorencafés, Spielenachmittage, der Kulturbegleitdienst in Stuttgart oder andere Begegnungstreffs der Malteser Räume, in denen ältere Menschen Teil einer Gruppe werden können. „Die Menschen können unsere Angebote nutzen, gleich woher sie kommen oder welchen Hintergrund sie haben - ohne Druck oder Erwartungen“, so Nadine Henninger, stellvertretende Referentin ehrenamtliche soziale Dienste. „Oft hören Menschen tagelang ihre eigene Stimme nicht, weil sie niemand zum Reden haben. Bei uns werden sie gehört und wir hören ihnen zu. Das steigert enorm das Wohlgefühl, den Selbstwert und hält länger gesund.“
Angebote für Jugendliche: Analoge Räume für echte Begegnung
Auch junge Menschen sind häufiger allein als viele denken – besonders in Phasen des Drucks, der Veränderung oder familiärer Belastungen. Etwa jeder fünfte Jugendliche hat oft das Gefühl, allein zu sein oder sich von anderen abgeschnitten zu fühlen. (Quelle: Deutsches Jugendinstituts (DJI) „AID:A 2023 Blitzlichter)
Die Malteser wollen hier mit dem bundesweiten Modellprojekt „Mitmachen verbindet“ Angebote schaffen. In Bietigheim-Bissingen und Kornwestheim entstehen derzeit niedrigschwellige analoge Angebote für 12- bis 17-Jährige – bewusst außerhalb von Schule und Elternhaus. Sie sollen Jugendlichen Freiraum bieten, neue Kontakte zu knüpfen und eigene Bedürfnisse wahrzunehmen. Um zu erfahren, was sich die Jugendlichen hier genau vorstellen, starten die Malteser mit Aktionstagen – ab 20. April in Kornwestheim und vom 18. bis 22. Mai in Bietigheim-Bissingen. Unter anderem gibt es einen kostenfreien Friseurtag, ein Teenager-Flohmarkt und ein Gameday. Bei einem Strick-Workshop können die Jugendlichen lernen, wie man ein „emotional support chicken“ strickt. Jeden Tag werden leckere, kostenfreie Snacks angeboten: Maultaschen-Burger, Hotdogs, Waffeln oder Bowls. Beim gemeinsamen Tun interessiert Judith de la Vega und Ute Fassel auch: Was wünschen sich die Jugendlichen selbst für Angebote - neben dem, was es bereits gibt?
Das Projekt setzt auf starke lokale Netzwerke: Jugendhäuser, Schulsozialarbeit, Vereine und Sozialverbände arbeiten zusammen, um Jugendlichen Orientierung und Zugehörigkeit zu geben. Langfristig soll eine ehrenamtliche Leitungskultur entstehen, in der junge Menschen Verantwortung übernehmen und Gemeinschaft aktiv gestalten.
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