„Menschen mit Demenz nehmen Durst und Hitze häufig nicht mehr zuverlässig wahr. Schon ein leichter Flüssigkeitsmangel kann zu Verwirrtheit, Stürzen oder einer Verschlechterung des Allgemeinzustands führen“, betont Dr. Uwe Ochs, Landesarzt der Malteser Baden-Württemberg.
Angehörige und Nachbarn könnten mit einfachen Maßnahmen einen entscheidenden Beitrag zum Schutz dieser Menschen leisten. „Bitte achten Sie auch darauf: Bestimmte Medikamente – etwa gegen Bluthochdruck oder Diabetes – können bei Hitze und starkem Schwitzen eine Anpassung oder vorübergehende Dosisreduktion erfordern. Dies sollte jedoch niemals eigenständig, sondern immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.“
Ärztliche Tipps für heiße Tage
Die Malteser empfehlen deshalb Angehörigen, während Hitzeperioden regelmäßig nach ihren pflegebedürftigen Familienmitgliedern zu sehen oder sie anzurufen. Getränke sollten gut sichtbar bereitstehen und immer wieder aktiv angeboten werden. Kühle Räume, leichte Kleidung, Sonnenschutz und wasserreiche Lebensmittel wie Obst oder Gurken entlasten den Körper zusätzlich. Warnzeichen wie zunehmende Verwirrtheit, Schwindel, ungewöhnliche Müdigkeit oder Gangunsicherheit sollten ernst genommen werden. Bei Bewusstseinsstörungen, einem Kreislaufzusammenbruch, sehr hoher Körpertemperatur oder Verdacht auf einen Hitzschlag ist unverzüglich der Notruf 112 zu wählen.
„Schon einfache Maßnahmen können einen großen Unterschied machen. Ausreichend trinken, regelmäßige soziale Kontakte und ein wachsames Umfeld helfen, gesundheitliche Risiken deutlich zu reduzieren“, so Dr. Uwe Ochs.
Hitzeschutzmaßnahmen in den Café Maltas und Tagestreffs
Auch in den Café Malta-Angeboten und den Malteser Tagestreffs spielt Hitzeschutz in den Sommermonaten eine wichtige Rolle. Mitarbeitende und Ehrenamtliche achten gezielt darauf, dass die Gäste ausreichend trinken und sich in angenehmer Umgebung aufhalten. Aktivitäten wie Spaziergänge oder Rikschafahrten werden möglichst in die kühleren Morgenstunden verlegt. Erfrischende Getränke, leichte Mahlzeiten sowie kühlende Angebote tragen dazu bei, die Belastung durch hohe Temperaturen zu verringern.
Die Gemeinschaft ist wichtig – gerade auch bei Hitze
„Wir erleben immer wieder, dass unsere Gäste in der Gemeinschaft regelmäßiger essen und trinken als allein zu Hause. Gerade Menschen mit Demenz profitieren von festen Strukturen und persönlicher Ansprache“, erklärt Regine Martis-Cisic, Referentin Soziales Ehrenamt der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Auch das Thema Hitze wird bewusst in den Tagesablauf eingebunden. Gemeinsam sprechen Mitarbeitende und Gäste darüber, welche Erfahrungen sie früher mit heißen Sommertagen gemacht haben und welche Maßnahmen ihnen geholfen haben. So werden Erinnerungen aktiviert und alltagsnahe Strategien vermittelt.
Mit ihren Angeboten möchten die Malteser dazu beitragen, dass Menschen mit Demenz und andere pflegebedürftige Menschen auch bei hohen Temperaturen sicher, gut begleitet und möglichst gesund durch den Sommer kommen.