Die Jugendlichen und Helfenden kamen aus ganz Baden-Württemberg, darunter aus Aalen, Ellwangen, Konstanz, Kornwestheim, Plochingen, Schwäbisch Gmünd, Stuttgart und Unterschneidheim. Auch ein Team des THW Ravensburg/Weingarten war dabei.
Vielfältige Workshops für jede Altersstufe
Ob Erste-Hilfe-Grundlagen oder spezialisierte Themen: Am Samstag konnten sich die Kinder und Jugendlichen je nach Vorwissen weiterbilden. Die Jüngsten lernten Basismaßnahmen der Ersten Hilfe, während die Schulsanitäterinnen und -sanitäter das Thema Realistische Unfalldarstellungen und die Arbeit des Rettungsdienstes kennenlernten oder trainierten, wie sie Sportverletzungen versorgen oder Verletzte transportieren können. Im Anatomie-Workshop wurden Schweineherzen seziert und geschaut, wie so ein Herz aufgebaut ist.
Großübung am Sonntag mit realistischem Einsatzszenario
Mehr als 50 Ehrenamtliche waren am Wochenende im Einsatz – in der Organisation, der Verpflegung, den Workshops, dem Sanitäts- und Nachtdienst. Sie bereiteten auch die große Abschlussübung vor, an der erstmals auch die Katastrophenschutzeinheiten beider Organisationen in Stuttgart sowie zwei Ehrenamtliche des Kriseninterventionsteam aus Stuttgart (KIT) beteiligt waren.
Das Szenario der Übung: Im Chemiesaal der Schule hat es eine Explosion gegeben. Voller Panik sind Schülerinnen und Schüler die Treppe hinabgelaufen und haben sich verletzt – es gibt Knochenbrüche, Kopfwunden, Verbrennungen, Verätzungen. Insgesamt sind 45 Betroffene zu versorgen. Die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler war es nun, die Verletzten erstzuversorgen.
„Es ist gut, dass wir als Katastrophenschutz hier auch zusammen praktisch üben konnten. Wir haben die strukturierte Patientenablage geübt, die medizinische Erstversorgung und die Betreuung, bis die Verletzten in die Krankenhäuser transportiert werden können“, erklären Michael Becker, Zugführer der 7. Katastrophenschutzeinheit der Malteser Stuttgart und Anke Moritz, Zugführerin der 6. Einsatzeinheit Johanniter-Unfallhilfe.
Das Kriseninterventionsteam kümmert sich in solchen Einsätzen um die psychologische Erstbetreuung der Betroffenen, bis sie von den Eltern abgeholt oder – wenn es die Situation erfordert – der Notfallbehandlung übergeben werden. Bei der Übung sprachen die beiden Helfenden beruhigend auf die Schüler ein.
Begeisterung bei den Teilnehmenden
Die Übung war sehr lehrreich für alle Beteiligten. Und die Rückmeldungen der Jugendlichen zu dem gesamten Wochenende war sehr positiv: „Es war das beste Wochenende des Jahres“, erzählen zum Beispiel Charlotte, Lilly und Almani aus Oberkochen. „Beim Wochenende konnten wir viele neue Leute kennenlernen – hier gab es Teamwork, Freude und Spaß.“ Besonders beeindruckt habe sie der Workshop zur Realistischen Unfalldarstellung und wie bei der Übung alles ineinander spielte.
Positives Fazit des Organisationsteams
„Es ist schön, dass die Kinder hier so intensiv lernen und üben konnten bei Fortbildungen, die sie sonst im Alltag nicht bekommen“, so Éva Hankó, Landesjugendleiterin der Johanniter Baden-Württemberg. „So ein Wochenende stärkt auch die Bindung zu unseren Hilfsorganisationen und es war toll zu erleben, wie engagiert die Kinder und Jugendlichen dabei waren“, fügt Matthias Michel, Diözesanjugendsprecher der Malteser Rottenburg-Stuttgart, hinzu.
Auch Schulleiter Karel Adamec, selbst ehrenamtlich bei den Johannitern aktiv, freut sich über die gelungene Zusammenarbeit: „Es ist wichtig, dass Erste Hilfe so niedrigschwellig geübt wird. Denn wenn man sie braucht, ist es gut, wenn man sie kann.“
Zahlen und Daten zu den Jugendorganisationen:
Die Johanniter-Jugend ist die Jugendorganisation der Johanniter, die Malteser-Jugend die Jugendorganisation der Malteser. Bei der Johanniter-Jugend engagieren sich in Baden-Württemberg rund 530 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ehrenamtlich, bei der Malteser-Jugend 416. Sie bilden sich bei landes- und bundesweiten Veranstaltungen regelmäßig fort und trainieren ihre Erste-Hilfe Fähigkeiten. Die Johanniter-Jugend und die Malteser Jugend stehen für Vielfalt, Respekt und Nächstenliebe.
Im Schulsanitätsdienst (SSD) sind in Baden-Württemberg rund 1000 Nachwuchs-Johanniterinnen und -Johanniter an ca. 64 Schulen aktiv. 57 Schulen werden von den Maltesern im Schulsanitätsdienst betreut - insgesamt sind derzeit 1.011 Kinder und Jugendliche im Schulsanitätsdienst in BW aktiv. 421 junge Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter konnten 2025 bei den Maltesern neu ausgebildet werden.
Wenn sich in der Schule zum Beispiel ein Schüler beim Sportunterricht verletzt, leitet das Team des Schulsanitätsdienstes Erste-Hilfe Maßnahmen ein und ruft bei Bedarf den Rettungsdienst.
Hintergrund zu den Hilfsorganisationen:
Der Malteser Hilfsdienst wurde 1953 gegründet. Unter dem Zeichen des achtspitzigen Kreuzes sind für den Malteser Hilfsdienst an mehr als 700 Standorten in ganz Deutschland rund 98.700 Menschen haupt- oder ehrenamtlich engagiert, etwa im Rettungs- und Sanitätsdienst und Katastrophenschutz, in der Pflege und Betreuung älterer und kranker Menschen, der Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen, der Hospiz- und Trauerarbeit oder der Flüchtlingshilfe. Mehr als eine 1,2 Millionen Menschen unterstützen die Arbeit der Malteser als Fördermitglieder. (Quelle: Malteser Jahresbericht 2025)
www.malteser.de * www.malteser-bw.de
Gegründet wurde die Johanniter-Unfall-Hilfe im Jahre 1952 als eingetragener Verein und Werk des evangelischen Johanniterordens. Erste Betätigungsfelder waren die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe und der Betrieb von Sanitäts- und Unfallhilfestellen. Zu den klassischen Aufgaben einer Hilfsorganisation (Katastrophenschutz, Rettungsdienste, Krankentransport) kamen nach und nach vermehrt auch Dienstleistungen wie ambulante Pflegedienste, Menüdienste und der Betrieb von Kindertageseinrichtungen. Wie die Malteser sind die Johanniter bundesweit tätig.