Im Einsatz über die Feiertage

Während fast überall Weihnachten und Silvester gefeiert wird, sind zahlreiche ehren- und hauptamtliche Malteser auch über die Feiertage im Dienst oder in Bereitschaft. Hier erzählen einige von ihnen, was den Einsatz an diesen Tagen für sie besonders macht.
Selbstverständlich laufen auch unsere Hilfsaktionen im Rahmen der Corona-Pandemie über die Feiertage weiter. So unterstützen die Malteser an verschiedenen Standorten im Land bei Schnelltest-Aktionen und sind am Aufbau von Impfzentren beteiligt.
Für alle Fragen und Anliegen ist unser Team im Malteser Service Center auch an den Feiertagen rund um die Uhr für Sie erreichbar: Telefon: 06723 / 675001.

Stefanie Bohn (35), Versicherungskauffrau und Rettungssanitäterin, Teamleitung Hausnotruf, Bruchsal: 

Stefanie Bohn (35), Versicherungskauffrau und Rettungssanitäterin, Teamleitung Hausnotruf, Bruchsal: 

"2020 ist mein drittes Weihnachten bei den Maltesern. An den Feiertagen erreichbar zu sein, ist für mich und mein Team nichts Besonderes. Für uns macht es keinen Unterschied, ob unsere Kunden den Knopf an Weihnachten oder an einem anderen Tag drücken. Und genau das macht unsere Rufbereitschaft aus: Engagement und Herzlichkeit zu jeder Zeit! Weihnachten bedeutet für mich, mit einer kleinen Geste Menschen glücklich zu machen. Ich wünsche allen unseren Kunden, dass sie gesund über die Feiertage kommen.“

Jan Elekes (27), Rettungssanitäter, Notfallsanitäter in Ausbildung, Konstanz

Jan Elekes (27), Rettungssanitäter, Notfallsanitäter in Ausbildung, Konstanz

„Ich nehme oft Dienste über die Weihnachtstage an, da meine Eltern und meine Partnerin auch arbeiten. Wir genießen das Fest später zusammen. So kann ich auch Kollegen mit Familie, die zusammen feiern möchten, etwas Gutes tun. Während die Stadt morgens vor Hektik noch brummt, wird es spätestens ab 15 Uhr ruhig. Die Grundstimmung bei den Menschen ist häufig freundlicher als im Alltag. Vor einigen Jahren wurden wir am Weihnachtsmorgen zu einem Kleinkind alarmiert, das zu ersticken drohte. Die Mutter hatte schon richtig reagiert, wir konnten dem Kind schnell helfen. So konnte die Familie nach einem ambulanten Krankenhausaufenthalt hoffentlich doch noch ein schönes Fest feiern. Zudem ist gerade an Weihnachten jeder Fehlalarm ein guter Alarm.“

Tom Feigel (21) Versuchstechniker, First Responder, Nürtingen

Tom Feigel (21) Versuchstechniker, First Responder, Nürtingen

"Ich besetze den First-Responder-Dienst in Leinfelden-Echterdingen sehr häufig, auch über die Feiertage. Es bereitet mir Freude, den Menschen im Ort innerhalb kürzester Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zur Seite zu stehen. Über die Feiertage ist der Dienst in der Hinsicht anders, dass man von zuhause aus ausrückt. Die Menschen sind noch dankbarer, dass man ihnen gerade jetzt geholfen hat und für sie da war. Letztes Jahr wurde ich zu einer bewusstlosen Person alarmiert. Bei meinem Eintreffen war der Ehemann völlig aufgelöst. Durch mein rasches Eingreifen und Handeln konnte ich die Patientin wieder stabilisieren. Der Ehemann war sehr dankbar für meinen ehrenamtlichen Einsatz.“ 

Sabine Geiger (38), Krankenschwester, ambulante Seniorenpflege, Aalen

Sabine Geiger (38), Krankenschwester, ambulante Seniorenpflege, Aalen

“Ich mache seit vielen Jahren Dienst, entweder über die Weihnachtsfeiertage oder über Silvester. Einige Jahre war ich in der ambulanten Intensivpflege tätig. Jetzt arbeite ich in der ambulanten Seniorenpflege. An den Feiertagen zu arbeiten ist immer etwas Besonderes. Natürlich wäre ich auch gerne bei meiner Familie, besonders bei meinen Kindern. Trotzdem macht es mir Freude, denen zu helfen, die auch an den Feiertagen Hilfe benötigen. 
Die Stimmung ist sehr besonders an den Tagen, das Besinnliche und Festliche ist überall spürbar. Alle sind sehr froh, auch an diesen Tagen Unterstützung eines Pflegedienstes zu erhalten. In der ambulanten Intensivpflege waren wir rund um die Uhr bei schwerstkranken und ihren Familien. An den Feiertagen fühlte ich mich immer und überall sehr willkommen. Es ist auch immer wieder eine große Bereicherung die verschiedenen Traditionen von unterschiedlichen Familien kennen zu lernen. 
Weihnachten bedeutet für mich, Zeit mit der Familie zu verbringen, gemütliche Stunden mit Punsch und Glühwein, Plätzchen backen mit meinen Kindern, festlich geschmückte Häuser, den Weihnachtsgottesdienst mit meiner Familie besuchen. Ich wünsche mir, dass das Jahr 2021 unbeschwerter und sorgenfreier wird, vor allem für die Kinder und älteren Menschen. Und ich wünsche mir für meine Familie und meine Kollegen/innen weiterhin viel Gesundheit.” 

Ramona Kiesewalter (27), Notfallsanitäterin, Rettungsdienst Stuttgart

Ramona Kiesewalter (27), Notfallsanitäterin, Rettungsdienst Stuttgart

“Seit mehreren Jahren arbeite ich im Schichtdienst und habe damit unweigerlich auch Dienste an den Weihnachtsfeiertagen. Tatsächlich freue ich mich aber darüber, dass durch mein Arbeiten insbesondere an Weihnachten andere Kollegen - teilweise Familienväter - dafür daheim mit ihren Familien feiern können. Zudem betrachte ich diese Dienste als meinen Beitrag an die Gesellschaft. 
Die Einsätze an den Feiertagen erscheinen mir besonders geprägt von Erkrankungen rund um Einsamkeit und Depressionen. Auch Suizide oder Suizidversuche sind in dieser Zeit nicht selten. Das ist eine traurige und ernüchternde Beobachtung, die mich aber auch zu sozialem Engagement antreibt. Die Dienste haben aber auch etwas Positives an sich: es entsteht eine größere Solidarität mit anderen Menschen, die an Weihnachten ebenfalls arbeiten. Zum Beispiel wünscht man sich gegenseitig 'Frohe Feiertage' und es wird Schokolade verschenkt.
Weihnachten bedeutet für mich, den Geburtstag von Jesus zu feiern. Er hat das Licht in die Welt gebracht und ist der lebendige Beweis für Gottes Liebe zu uns Menschen. Insbesondere in der momentanen Zeit wünsche ich mir, dass Menschen diese Hoffnung erleben.” 

Christoph Kopp (27), Altenpfleger, Pflegedienst Konstanz

Christoph Kopp (27), Altenpfleger, Pflegedienst Konstanz

“Ich arbeite gerne an Weihnachten und Silvester, aber auch an Ostern oder Pfingsten. Unsere Kunden brauchen uns und unsere Dienstleistungen auch und gerade während der Feiertage. Am Weihnachten ist die Atmosphäre besonders besinnlich, im ambulanten Dienst gibt es wenig Verkehr auf den Straßen - und natürlich ist der finanzielle Aspekt aufgrund des Feiertagszuschlages auch nicht zu verachten. 
Oft sind Angehörige unserer Kunden vor Ort, die man dann als Altenpfleger auch einmal kennenlernen kann. Touren in der ambulanten Pflege werden oft zusammengelegt, nicht alle Leistungen werden an allen Tagen durchgeführt. So müssen weniger Kollegen auf die Straße. Große Behandlungen werden oft auf den nächsten Werktag gelegt. 
Mein schönstes Erlebnis hatte ich während meines FSJs bei den Maltesern in einer Senioren WG: Da gab es ein gemeinsames Kochen mit einer Bewohnerin und deren Sohn - wir haben ein wahres Weihnachtsmenü für alle Bewohner gezaubert. Danach gab es eine gemeinsame Bescherung, wir haben gemeinsam Weihnachtslieder gesungen. Die Menschen, die den zweiten Weltkrieg noch erlebt haben, haben erzählt, wie sie zusammen mit "Kriegsgegnern" Weihnachten gefeiert haben... das Wort "Frieden" hat für diese Menschen nochmal eine ganz andere Bedeutung. Das war für mich als junger Mensch sehr prägend.” 

Eva Maria Maniscalco (62) und Margot Hieber (73), Menüservice, Aalen

Eva Maria Maniscalco (62) und Margot Hieber (73), Menüservice, Aalen

„Es macht uns große Freude, über Weihnachten und Silvester zu arbeiten. Wir bieten festliche und liebevoll verpackte Menüs an und übergeben Stollen und Lebkuchen mit den besten Wünschen. Es herrscht überall eine besondere Stimmung. Die Freude und Dankbarkeit, die uns entgegengebracht werden, zeugen von großer Zufriedenheit und Vertrauen. Manche Kunden singen Weihnachtslieder für uns und erzählen von früheren Weihnachtsfesten. Einmal schenkte uns eine Seniorin Schutzengel als Glücksbringer. Weihnachten bedeutet für uns Hoffnung auf Frieden. Unser diesjähriger Weihnachtswunsch ist natürlich, dass wir die Pandemie bald überstanden haben und unseren Seniorinnen und Senioren auch wieder mehr Nähe zeigen können.“  

Angelika Rupp (57), Altenpflegerin und Teamleitung Seniorenpflege, Aalen

Angelika Rupp (57), Altenpflegerin und Teamleitung Seniorenpflege, Aalen

„Bis vor vier Jahren bin ich selbst regelmäßig an den Feiertagen Touren gefahren. Jetzt übernehme ich aushilfsweise Dienste, auch an Feiertagen. Unsere Kunden sind dankbar, dass sie auch über die Feiertage zuverlässig von uns versorgt werden. Die weihnachtliche Stimmung ist auch bei ihnen spürbar. Oft haben sie viel zu erzählen, an diesen Tagen können wir uns mehr Zeit dafür nehmen. Für eine schwerkranke Patientin war es der größte Wunsch, beim Besuch ihrer Enkelkinder komplett angezogen und selbstständig in ihrem Sessel zu sitzen. Für sie war es ein erhebendes Gefühl und großes Stück Lebensqualität, für mich nur ein kleiner Mehraufwand, die Frau nach meinem Feierabend wieder ins Bett zu bringen.“

Holger Pohlmann (57), Diplom-Betriebswirt, Besuchsdienst, Wertheim

Holger Pohlmann (57), Diplom-Betriebswirt, Besuchsdienst, Wertheim

"Ich bin regelmäßig über Weihnachten und Silvester ehrenamtlich im Besuchsdienst tätig. Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, Menschen in dieser besinnlichen und emotionalen Zeit allein und fern ihrer Angehörigen ein wertvolles Gespräch zu schenken. Die Einsätze fühlen sich anders an, da sich viele Patienten in einer feierlichen Stimmung befinden, die auch mit Melancholie und Nachdenklichkeit einhergehen kann. Einmal sagte eine Patientin zu mir: ‚Ich wusste, dass heute noch ein Engel vorbei kommt‘. Auch in diesem Jahr wünsche ich mir, wieder Menschen, die allein und krank sind, mit einem Besuch an diesen besonderen Tagen eine Freude machen zu können.“

Marja Rothenhöfer (32), Diplom-Pädagogin, Leiterin Flüchtlingshilfe, Stuttgart

Marja Rothenhöfer (32), Diplom-Pädagogin, Leiterin Flüchtlingshilfe, Stuttgart

„In diesem Jahr müssen wir aufgrund der Pandemie wegen der hohen Ansteckungsgefahr auch an Feiertagen schnell Schutzmaßnahmen ergreifen und Verlegungen organisieren können. Die uns in den Gemeinschaftsunterkünften anvertrauten Menschen fürchten sich sehr vor einer Infektion oder den Folgen, wenn sie Symptome spüren. Hier sind viel Einfühlungsvermögen und Geduld gefordert. Es ist wichtig, dass die Menschen Ansprechpersonen haben, denen sie vertrauen. Weihnachten bedeutet für mich Familie sowie Dankbarkeit für Gesundheit, Liebe und Gemeinschaft. Mein Weihnachtswunsch ist, dass wir uns auf diese wertvollen Dinge besinnen und daraus die Kraft schöpfen, durch die Pandemie zu gehen.“

Mario Rupp (28), Student, Hausnotruf, Schwäbisch Gmünd

Mario Rupp (28), Student, Hausnotruf, Schwäbisch Gmünd

“Ich arbeite meist über die Feiertage, auch an Weihnachten. Da ich ledig bin und wir auch Mitarbeiter mit Familie im Hausnotruf haben, die mit Sicherheit gern gemeinsam die Feiertage genießen würden, übernehme ich diese Dienste gern. Die Einsatzrate an den Feiertagen ist deutlich geringer als sonst. Das ist auch das das Schöne daran. Viele holen ihre Mama oder ihren Papa zu sich und feiern zusammen Weihnachten, daher werden wir nicht wirklich gebraucht über die Feiertage. 
Weihnachten bedeutet für mich Familienzeit. Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen und diese Zeit zu genießen. Mein Wunsch dieses Jahr wäre, mal wieder weiße Weihnachten zu erleben.”

Bernhard Scheitler (68), Rentner, Stadtbeauftragter, Heidelberg

Bernhard Scheitler (68), Rentner, Stadtbeauftragter, Heidelberg

Seit 25 Jahren kochen wir Heidelberger Malteser für Obdachlose und Bedürftige am 24. und 25. Dezember, zum Beispiel Rouladen, Rotkraut und Knödel. Kleine nützliche Geschenke gibt es für die rund 130 Personen dazu, die an jedem Tag die Wärmestube des SKM besuchen und für die es ohne unser „Festessen“ vielleicht ein Tag wie jeder andere wäre. Unser Essen ist natürlich kostenlos und wird durch Spenden finanziert. Rückmeldungen wie „Danke Malteser, ohne Euer Festessen wäre heute kein Weihnachten“ oder „Bei diesem Weihnachtsessen fühlt man sich als Mensch“ sind für uns Belohnung genug und immer wieder Ansporn für das nächste Jahr. Unser Weihnachtswunsch wäre, dass Corona vorbei ist und sich alle wieder treffen und unser Essen genießen könnten. Wird aber wohl ein Traum bleiben. Wir tun aber auf jeden Fall etwas, um den Bedürftigen etwas Weihnachtstimmung zu bringen.“