SÜDKURIER: Nikolaus in der Gemeinde Wald hält die AHA-Regeln ein

Der Malteser Nikolaus goes digital. Aufgrund der Corona-Vorgaben erhielt er in diesem Jahr Lob und Tadel vorab per Mail. Bild: Sandra Häusler
Aus seinem goldenen Buch trug der Nikolaus Lob und Tadel Vor. Bild: Sandra Häusler
Auch im Walder Orteil Rothenlachen war der Nikolaus unterwegs und brachte Manuel (2.v.l.) ein Geschenk. Mit seinen Eltern Gerhard und Anita Hahn freut sich der Fünfjährige über den unerwarteten Besuch. Bild: Sandra Häusler

VON SANDRA HÄUSLER

Wald – In Wald, das mitten zwischen „Bethlehem“ und „Himmelreich“ liegt, ist am Abend des 5. Dezember der Nikolaus nicht weit. Seine irdischen Vertreter sind die Mitglieder der Ortsgruppe des Malteser Hilfsdienstes Wald. Auch in diesem Jahr und in dieser bewegten und besonderen Zeit liegt es den Maltesern am Herzen, dieses Brauchtum zu bewahren und den Kindern in der Gemeinde zu vermitteln.

Tradition seit knapp 50 Jahren

Seit knapp 50 Jahren sind die Malteser Nikolause alljährlich in der Gemeinde unterwegs. Drei Nikolause besuchten insgesamt zwölf Familien, etwas weniger als in den Vorjahren. „Die Kinder sind in diesem Jahr so gebeutelt. Wir möchten ihnen den Besuch des Nikolaus so gut wie möglich in dieser Zeit schenken“, unterstrich Clemens Veeser von den Maltesern. „Es ist jedes Jahr wieder aufs Neue spannend“, sagte der jahrzehntelange Nikolausvertreter. An manche Anekdote aus zurückliegenden Besuchen erinnern sich die Nikolause noch heute und schmunzeln darüber. Aufgrund der Vorgaben durch die Corona-Pandemie waren die Nikolause in diesem Jahr nur am 5. Dezember ausschließlich in der Gemeinde Wald unterwegs.

Nur im Freien oder Garage

Der Besuch fand ausschließlich im Freien oder in einer Garage statt. Da sich nur zwei Haushalte treffen können, hatten die Malteser vorgegeben, dass nur die Kinder und ihre Eltern bei den Nikolausbesuchen anwesend sein sollen. Eine Familie hatte im Garten ein Nikolausfeuer entzündet. Passend zum Nikolausbesuch fielen weiße Schneeflocken vom Himmel. Unter den schweren Stiefeln von Nikolaus knirschte die weiße Pracht, als er zum ersten Haus kam. „Es schneit, der Weg ist beschwerlich“, begrüßte der Nikolaus den fünfjährigen Manuel in Rothenlachen. Mit seinen Eltern Gerhard und Anita Hahn empfing Manuel den Nikolaus im Hof. Für den Fünfjährigen war es der zweite Nikolausbesuch seines Lebens.

Nikolauslieder und Gedichte

Nachdem Manuel ein Nikolausgedicht vorgetragen und mit seinen Eltern ein Nikolauslied angestimmt hatte, erhielt er sein Nikolaussäckchen und war gespannt, was da wohl drin ist. Die zweite Station von Nikolaus lag im Walder Teilort Steckeln. Barbara und Andreas Brucker erwarteten mit ihren Töchtern Mara (4) und Romy (1,5 Jahre) den Nikolaus in der geräumigen Garage. „Niklaus ist ein guter Mann“, erzählte die vierjährige Mara. Als Nikolaus aus dem Goldenen Buch vorlas, hörte Mara aufmerksam zu und nickte mit dem Kopf.

„Wir haben schon gehofft, dass der Nikolaus kommt. Es würde etwas fehlen“, sagte ihr Vater Andreas Brucker. Auch Familie Brucker trug ein Gedicht und Lied vor. Beim Nikolauslied tanzte Romy zur Freude von Nikolaus durch die Garage. Auch die nachfolgende Familie in Wald, Ulrike, Ulrich und Julian Schwichtenberg, sagte ein Gedicht auf und gemeinsam sangen sie den Nikolausklassiker „Lasst und froh und munter sein“.

Allen Kindern erzählte der Nikolaus, dass er und Knecht Ruprecht das ganze Jahr damit beschäftigt sind, zu schauen, ob die Kinder brav sind. Das halte der Nikolaus in seinem goldenen Buch fest. Bei Julian stellte der Nikolaus fest, dass der Fünfjährige bereits genauso gut zählen könne wie Knecht Ruprecht. Als der Nikolaus weiterzog, beschlossen Schwichtenbergs den schönen Abend mit einer Tasse Kinderpunsch.