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Malteser Region Baden-Württemberg

"Ein kompetenter und innovativer Partner" - Malteser feiern Jubiläum

60 Jahre Malteser in Diözese und Stadt Stuttgart

21.10.2019
Mit einem Festgottesdienst in der Stuttgarter Domkirche eröffneten die Malteser ihre Jubiläumsfeierlichkeiten. Foto: KD Busch/Malteser
Der Malteser Fanfarenzug aus Ravensburg sowie etliche Malteser Bannerabordnungen führten die Festgäste hinüber zur Staatsgalerie.
Vor der Staatsgalerie (v.l.n.r.): Diözesangeschäftsführer Klaus Weber, Malteser Präsident Georg Khevenhüller, Diözesanoberin Claudia Kohlhäufl, Diözesanleiter Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg.
Der Präsident des bundesweiten Malteser Hilfsdienstes, Georg Khevenhüller (2.v.r.) begrüßt EU-Kommissar Günther H. Oettinger gemeinsam mit Diözesanleiter Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg (2.v.l.) und dem Malteser Landesbeauftragten Edmund Baur (r.).
Malteser Vertreter von Stadt-, Diözesan-, Landes- und Bundesebene mit Ehrengästen beim Festakt in der Stuttgarter Staatsgalerie.
Rund 250 Malteser und weitere Festgäste waren der Einladung zum Festakt in der Staatsgalerie gefolgt.
Malteser Diözesanleiter Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg bei der Begrüßung der Gäste in der Staatsgalerie
EU-Kommissar Günther H. Oettinger
Malteser Präsident Georg Khevenhüller

Stuttgart. Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Domkirche St. Eberhard und anschließendem Festakt in der Stuttgarter Staatsgalerie feierten die Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart und in der Stadt Stuttgart am vergangenen Samstag mit rund 250 Gästen aus Politik, Kirche und Gesellschaft sowie zahlreichen Vertretern befreundeter Hilfsorganisationen ihr 60-jähriges Bestehen. Der Malteser Diözesanleiter Karl-Eugen Erbgraf zu Neipperg dankte für 60 Jahre Dienst nah am Menschen und wünschte allen ehren- und hauptamtlichen Maltesern für die Zukunft, „dass wir immer offen bleiben für die sich wandelnden Bedürftigkeiten und Nöte und mutig und kreativ sind, um Antworten darauf zu finden … und dass in allem unserem Helfen unser Glaube Wirklichkeit wird – sowohl für diejenigen, denen geholfen wird, als auch für diejenigen, die diese Hilfe leisten“, so der Malteser Diözesanleiter.

Zu den Gratulanten gehörte auch EU-Kommissar Günther H. Oettinger, der den Maltesern in Stuttgart bereits seit vielen Jahren verbunden ist. Er überbrachte Dank, Respekt und gute Wünsche. „Baden-Württemberg ist lebens- und liebenswert, weil es Menschen und Organisationen wie Sie gibt“, betonte er. Im Blick auf das von einem Wettbewerb der Werteordnungen gekennzeichnete Europa rief er die Malteser auf: „Ihre Mission ist es, mit Kompetenz, Herz und Verstand etwas für andere zu tun. Behalten Sie diesen Spirit! Wer Ihren Namen trägt, muss viel dafür tun, dass das europäische Projekt gelingt“, so Kommissar Oettinger.

Die Vizepräsidentin des Deutschen Caritasverbandes und Ordinariatsrätin Dr. Irme Stetter-Karp betonte im Blick auf die Flüchtlingswelle 2015 das „mutige Voranschreiten“ der Malteser. Es gebe wenige Akteure, „die mit so viel Tatkraft zu einem frühen Zeitpunkt von Entwicklungen nicht zögern, Verantwortung zu übernehmen“. Auch bei der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung, den Hospiz- und Palliativdiensten sowie den Angeboten für Menschen mit Demenz lobte sie die „Pionierarbeit“: „Kein anderer Verband hat bei Hilfen für demenziell Erkrankte auf das frühe Stadium der Erkrankung einen einmaligen Akzent gelegt.“ 

Dr. Alexandra Sußmann, Bürgermeisterin für Soziales und Integration in Stuttgart, übermittelte im Namen von Oberbürgermeister Fritz Kuhn dessen Dank: „Die Malteser leisten unverzichtbare Dienste für die Menschen unter uns, die Hilfe benötigen. Wir in der Landeshauptstadt Stuttgart sind dankbar, die Malteser als kompetenten und innovativen Partner für unterstützungsbedürftige Menschen zu haben.“ Die Bürgermeisterin würdigte auch das breite Spektrum von Integrationsangeboten der Malteser für Geflüchtete in Stuttgart sowie die vielfältigen Hilfen für Verunfallte, Kranke und Ältere. 

Auch Georg Khevenhüller, Präsident des bundesweiten Malteser Hilfsdienstes, sprach den Maltesern in Diözese und Stadt seine Hochachtung aus: „Sie können stolz auf das zurückblicken, was Sie geleistet haben. Sie brauchen aber auch nicht den Blick nach vorne zu fürchten, denn Sie sind auch für die Zukunft gut aufgestellt.“ Den Maltesern sei es gelungen, den Leitsatz des Ordens „Bezeugung des Glaubens und Hilfe den Bedürftigen“ über die Jahrhunderte in immer neuer, zeitgemäßer Form umzusetzen. Er rief die rund 4.500 ehren- und hauptamtlichen Malteser in der Diözese auf, die Tradition fortzusetzen und „die Flamme weiterzugeben“. 

Einen beeindruckenden Festvortrag zum Thema „Hilfe und Helfen in Antike und Christentum“ hielt Dr. Christian Gliwitzky, Archäologe und Kurator der Glyptothek München. Ausgehend vom Gleichnis vom Barmherzigen Samariter nahm er sowohl Bilder aus der neuzeitlichen und mittelalterlichen Malerei sowie aus der griechischen und frühchristlichen Kunst in den Blick, die sich mit dem Thema „Hilfe und Helfen“ beschäftigten.

Für die musikalische Umrahmung des Festaktes sorgte das Duo Dela Fonte-Diniz. 

Hintergrund:

Unter der Leitung von Ekhart Graf von Soden-Fraunhofen und Dr. Karl Graf von Demblin nahm der Malteser Hilfsdienst in der Diözese Rottenburg-Stuttgart im Jahr 1959 mit ersten Malteser Gruppen in Stuttgart, Ulm und Ravensburg seinen Dienst auf. Die Schwerpunkte der Tätigkeit lagen zu Beginn in der Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe und im Katastrophenschutz. Dabei ging es zunächst vor allem darum, Vorkehrungen zum Schutz der Bevölkerung vor einem befürchteten dritten Weltkrieg zu treffen. 

Auch heute richten die Malteser in der Diözese Rottenburg-Stuttgart ihre Hilfe an den Bedürfnissen der Menschen aus und bilden mit ihren fast 63.000 Mitgliedern und Förderern, darunter rund 3.000 aktive ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, und 1.300 hauptamtlichen Voll- und Teilzeitkräften, eine wichtige Säule im Dienst am Nächsten. Überwiegend ehrenamtlich geprägt sind der Zivil- und Katastrophenschutz, die Erste-Hilfe-Ausbildung, der Sanitätsdienst, die Begleitung von alten, kranken oder benachteiligten Menschen, die Angebote für Menschen mit Demenz, die Hospizarbeit, die Flüchtlingshilfe sowie die Jugend- und Auslandsarbeit. Hinzu kommt eine große Bandbreite an sozialunternehmerischen Diensten, darunter Rettungsdienst und Krankentransport, Hausnotruf, Menüservice und ambulante Pflege.  

Video: "... weil Nähe zählt - 60 Jahre Malteser Hilfsdienst"   (Diözese Rottenburg-Stuttgart)         

Zeitungsbericht: "Die Geschichte vom Glasmännlein" (Stuttgart Nachrichten vom 18.10.2019)

 

Fotos: KD Busch/Malteser

 

Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein. Hilfe für mehr als zwölf Millionen Menschen pro Jahr weltweit • 80.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt • an 700 Orten • 1 Mio. Förderer und Mitglieder   
 

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