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Malteser Region Baden-Württemberg

Stuttgart: „Willkommen in der Welt der Demenz“ - Malteser laden zu Ausstellung und Theaterabend ein

„Wie aus Wolken Spiegeleier werden“ vom 20. September bis 19. Oktober/ Theaterstück „Du bist meine Mutter“ am 26. September 2019 – beides im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart

23.09.2019
Wie Alzheimer sich auf das Schaffen des Künstlers auswirkte, wird in diesem Bild deutlich, das naiv und farbenfroh erscheint. Repro: Novartis Pharma GmbH
Wie Alzheimer sich auf das Schaffen des Künstlers auswirkte, wird in diesem Bild deutlich, das naiv und farbenfroh erscheint. Repro: Novartis Pharma GmbH
Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Stuttgarter Staatsgalerie, sprach in ihrem Grußwort über die Bedeutung von Kunst in einer alternden Gesellschaft. Foto: Malteser
Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Stuttgarter Staatsgalerie, sprach in ihrem Grußwort über die Bedeutung von Kunst in einer alternden Gesellschaft. Foto: Malteser
Dr. Jörg Eberling, Kurator der Ausstellung, ermöglichte dem Betrachter ungewöhnliche Einblicke in das Schaffen des an Alzheimer erkrankten Künstlers Carolus Horn. Foto: Malteser
Dr. Jörg Eberling, Kurator der Ausstellung, ermöglichte dem Betrachter ungewöhnliche Einblicke in das Schaffen des an Alzheimer erkrankten Künstlers Carolus Horn. Foto: Malteser
"Willkommen in der Traumwelt der Demenz", so Dr. Jörg Eberling bei der Vernissage am 20. September. Foto: Malteser
"Willkommen in der Traumwelt der Demenz", so Dr. Jörg Eberling bei der Vernissage am 20. September. Foto: Malteser
Das Motiv der Rialto-Brücke, gemalt in der depressiven Phase der Erkankung. Foto: Malteser
Das Motiv der Rialto-Brücke, gemalt in der depressiven Phase der Erkankung. Foto: Malteser
Das letzte Bild des Künstlers, gemalt im Jahr seines Todes. Foto: Malteser
Das letzte Bild des Künstlers, gemalt im Jahr seines Todes. Foto: Malteser
Malteser Diözesanoberin Claudia Kohlhäufl bedankt sich bei Dr. Jörg Eberling für seinen beeindruckenden Vortrag. Foto: Malteser
Malteser Diözesanoberin Claudia Kohlhäufl bedankt sich bei Dr. Jörg Eberling für seinen beeindruckenden Vortrag. Foto: Malteser
Die Ausstellung "Wie aus Wolken Spiegeleier werden" ist bis zum 19. Oktober geöffnet, der Eintritt ist frei. Foto: Malteser
Die Ausstellung "Wie aus Wolken Spiegeleier werden" ist bis zum 19. Oktober geöffnet, der Eintritt ist frei. Foto: Malteser

Stuttgart. Am Vorabend des Welt-Alzheimer-Tages eröffneten die Malteser im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart die Ausstellung „Wie aus Wolken Spiegeleier werden“ mit Werken des bekannten und an Alzheimer erkrankten Designers und Werbegrafikers Carolus Horn (1921 – 1992).  Am 26. September laden sie hier um 18 Uhr zu einem kostenlosen Theaterabend mit dem Bühnen- und Filmschauspieler Christian Birko-Flemming ein. Das Theaterstück „Du bist meine Mutter“ von Joop Admiraal ist auf dem Gebiet der Dramen, die sich mit dem Thema Demenz beschäftigen, der Klassiker schlechthin. Mit der Ausstellung, dem Theaterstück und weiteren Vortragsveranstaltungen machen die Malteser gemeinsam mit dem Katholischen Bildungswerk Stuttgart e.V., dem Haus der Katholischen Kirche, der Staatsgalerie und der Faber-Stiftung auf das gesellschaftlich immer relevanter werdende Thema Demenz aufmerksam.

Der Kurator der Ausstellung, Dr. Jörg Eberling, hieß die Gäste der Vernissage „in der Traumwelt der Demenz willkommen“ und stellte die ausgesuchten Bilder Horns vor, an denen beispielhaft zu erkennen ist, wie die Demenz das Schaffen des Künstlers nach und nach veränderte. „Diese Bilder sind weltweit einzigartig“, betonte Eberling, „denn mit Carolus Horn und seinen Bildern gelingt es uns, durch die gesamte Krankheit zu gehen.“ Eberling ermöglichte dem Betrachter ungewöhnliche Einblicke und schlug damit eine erstaunliche Brücke zwischen Kunst und Medizin. 
Zuvor hatte Professor Dr. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart, in ihrem Grußwort über die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft gesprochen, den hohen Wert der Unmittelbarkeit in der Begegnung zwischen Mensch und Kunst aufgezeigt und auf die speziellen Demenführungen hingewiesen, welche die Stuttgarter Staatsgalerie in Kooperation mit den Maltesern anbietet.

Der Künstler Carolus Horn ist trotz seiner Alzheimer-Erkrankung im Alter von 60 Jahren künstlerisch tätig geblieben. „Die Ausstellung ‚Wie aus Wolken Spiegeleier werden‘ zeigt, wie viele Ressourcen Carolus Horn in seinem künstlerischen Schaffen bis zu seinem Tod hatte. Somit steht diese Ausstellung für uns Malteser auch stellvertretend für unsere Haltung in der Begleitung von Menschen mit Demenz“, erläutert Regine Martis-Cisic, die bei den Maltesern in der Diözese Rottenburg-Stuttgart die Angebote für Menschen mit Demenz verantwortet. 

„1,7 Millionen Menschen in Deutschland haben heute einer Form der Demenz wie die Alzheimer-Erkrankung. Bis 2050 soll sich die Zahl verdoppeln“, betont Martis-Cisic. „Mit der Ausstellung möchten wir Malteser auf unsere Angebote für Menschen mit Demenz und für deren Angehörige aufmerksam machen. Unsere Kooperation mit der schwedischen Stiftung Silviahemmet ermöglicht es uns, unsere ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem personenzentrierten Ansatz und einer ressourcenorientierten Haltung zu schulen“, betont Martis-Cisic. 

Vor drei Jahren haben die Malteser mit finanzieller Unterstützung der Faber-Stiftung in Esslingen den für Baden-Württemberg ersten Tagestreff für Menschen mit Demenz eröffnet; ein zweiter Tagestreff wird ab Oktober in Kirchheim unter Teck Betroffene willkommen heißen und ihre Angehörigen entlasten. Zudem bieten die Malteser an mehreren Standorten eine stundenweise Betreuung von Menschen mit Demenz in einem Demenzcafé „Café Malta“ und im Rahmen ihrer Besuchs- und Begleitungsdienste auch zu Hause an.

Begleitend zur Ausstellung laden die Malteser und das Bildungswerk Stuttgart zu folgenden Veranstaltungen zum Thema Demenz im Haus der Katholischen Kirche ein:

•    26. September 2019, 18 Uhr: Theaterstück „Du bist meine Mutter“ mit dem Bühnen- und Filmschauspieler Christian Birko-Flemming. Das Stück von Joop Admiraal ist auf dem Gebiet der Dramen, die sich mit dem Thema Demenz beschäftigen, der Klassiker schlechthin.

•    8. Oktober 2019, 17 Uhr: „Demenz – eine Betrachtung durch das spirituelle Auge“ mit der Kommunikationswissenschaftlerin Waltraud Gehrig (www.waltraud-gehring.com und www.pflegenetzwerk.de) 

•    16. Oktober 2019, 18 Uhr: „In der Demenz die Kunst entdecken“ mit Sybille Kastner, stellvertretende Leiterin der Kunstvermittler im Lehmbruck-Museum Duisburg.

Über Carolus Horn:     
Horn war einer der bekanntesten Designer im Nachkriegsdeutschland. Er gestaltete unverges-sene Werbekampagnen des deutschen Wirtschaftswunders: für Esso („Es gibt viel zu tun. Pa-cken wir’s an“), die Deutsche Bundesbahn („Alle reden vom Wetter. Wir nicht.“) und Opel („Nur Fliegen ist schöner.“). Mit 60 Jahren erkrankte er an Alzheimer. 

Weitere Informationen zur Ausstellung und den Begleitveranstaltungen!  
 

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