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Malteser Region Baden-Württemberg

Erstorientierungskurse (EOK) für Asylbewerber mit unklarer Bleibeperspektive

Partizipation und Alphabetisierung - Drittes Vernetzungstreffen der EOK-Lehrkräfte in Baden-Württemberg

21.02.2019
Robert Feil von der LPB bei seinem Input zum Thema Demokratievermittlung. Foto: Heinrich/Malteser
Robert Feil von der LPB bei seinem Input zum Thema Demokratievermittlung. Foto: Heinrich/Malteser
Axel Eberhardt von der LPB erklärt, wie man Foto- und Filmarbeit im Unterricht einsetzen kann. Foto: Heinrich/Malteser
Axel Eberhardt von der LPB erklärt, wie man Foto- und Filmarbeit im Unterricht einsetzen kann. Foto: Heinrich/Malteser
Die Teilnehmenden lernen neues Unterrichtsmaterial kennen. Foto: Heinrich/Malteser
Die Teilnehmenden lernen neues Unterrichtsmaterial kennen. Foto: Heinrich/Malteser
Sprachwissenschaftlerin Doris Dietrich erklärt, welche Hindernisse es mit sich bringt, eine Sprache komplett neu zu erlernen. Foto: Heinrich/Malteser
Sprachwissenschaftlerin Doris Dietrich erklärt, welche Hindernisse es mit sich bringt, eine Sprache komplett neu zu erlernen. Foto: Heinrich/Malteser

Stuttgart. „Sie alle gestalten Bildungsrealität“, mit diesen Worten begrüßte Lea Engisch von der Liga der freien Wohlfahrtspflege Baden-Württemberg am 19. Februar die Teilnehmenden des Vernetzungstreffens für Lehrkräfte in Erstorientierungskursen für geflüchtete Menschen. Treffpunkt für dieses dritte Treffen war die Internationale Jugendherberge Stuttgart. Es versammelten sich rund 40 Lehrende sowie Vertreter des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und des Innenministeriums, um an Inputs zum Thema Partizipation in Deutschland und Alphabetisierung teilzunehmen, gemeinsam neue Ideen für den Unterricht zu entwickeln und um zu klären: Auf welche Arten und Weisen kann Bildung denn nun konkret gestaltet werden?

Für einen spannenden Einstieg ins Thema sorgten Robert Feil und Axel Eberhardt von der Landeszentrale für politische Bildung. Sie stellten Unterrichtsmaterialien und -methoden vor, die abstrakte Themen wie Demokratie, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung auch über Sprachbarrieren hinweg zugänglich machen. Außerdem machten die Dozenten deutlich, wie wichtig es ist, sich zu gesellschaftlichen Themen zu positionieren und trotzdem die Vermittlung von Werten als Austausch zu sehen, bei dem alle voneinander profitieren können. 

Am Nachmittag zeigte die Sprachwissenschaftlerin Doris Dietrich, welche theoretischen Hintergründe und Schwierigkeiten beim Erlernen eines komplett neuen Sprachsystems zu bedenken sind und wie man Teilnehmenden das Lernen erleichtern kann. Über den ganzen Tag entstand reichlich Raum für Austausch und Diskussionen, den die Teilnehmenden gerne nutzten, um die Anregungen der Dozenten mit der Realität in ihren eigenen Erstorientierungskursen zu vergleichen. Am Ende des Tages erhielt jeder eine Rose als Dankeschön für die bisher geleistete Arbeit und nahm frische Impulse für den Unterricht im Erstorientierungskurs mit nach Hause – so kann Bildungsrealität also gestaltet werden.

Hintergrund:
Derzeit führen die Malteser in Baden-Württemberg insgesamt 14 Erstorientierungskurse für Asylbewerber mit unklarer Bleibeperspektive an 13 verschiedenen Standorten durch.
Das Vernetzungstreffen wurde auf Initiative der Steuerungsgruppe organisiert, die zur landesweiten Vernetzung der durchführenden EOK-Träger dienen soll. Dazu gehören DAA Baden-Württemberg, der Malteser Hilfsdienst, die Liga der freien Wohlfahrtspflege, vertreten durch das Diakonische Werk Freiburg, den Freundeskreis Asyl Karlsruhe, die Neue Arbeit Ulm und das DRK Rhein-Neckar/Heidelberg.
 

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