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Malteser Region Baden-Württemberg

Erstorientierungskurse: Zweites Vernetzungstreffen der Dozenten in Karlsruhe

16.07.2018
Rund 60 Lehrkräfte von Erstorientierungskursen für Asylbewerber kamen zum Vernetzungstreffen nach Karlsruhe.
Neben Vorträgen gab es auch praktische Trainings und eine Ideenwerkstatt.

Rund 60 Lehrkräfte und Koordinatoren der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bewilligten Erstorientierungskurse für Asylbewerber in Baden-Württemberg kamen jetzt in Karlsruhe zu einem weiteren Vernetzungstreffen zusammen. Zum Trägerverbund gehören die DAA Baden-Württemberg, der Malteser Hilfsdienst und die Liga der freien Wohlfahrtspflege, vertreten durch das Diakonische Werk Freiburg, den Freundeskreis Asyl Karlsruhe, die Neue Arbeit Ulm und das DRK Rhein-Neckar/Heidelberg.

Der Tag begann mit einem Vortrag des Erziehungswissenschaftlers Dr. Moritz Petzi, der den Begriff der Erstorientierung und das Konstrukt der Heterogenität in Bezug auf Kurse mit Geflüchteten theoretisch beleuchtete.
In einer Ideenwerkstatt diskutierten die Teilnehmer in Kleingruppen über die Heterogenitätsfaktoren, die in ihren Kursen eine Rolle spielen. Wie kann man mit unterschiedlichen Erstsprachen, Wissensständen oder Kulturen umgehen? Lösungsansätze wurden vor allem in gegenseitigem Kontakt und Respekt gefunden.
Anschließend informierte Anika Möller, Flüchtlingsberatung beim Diakonischen Werk Freiburg, die Lehrkräfte über das Asylverfahren und an welche Beratungsstellen sie ihre Teilnehmer*innen in Fragen des Asylverfahrens verweisen können.

Das Vernetzungstreffen endete mit zwei Trainings, die sich dem Thema „Umgang mit kulturellen Unterschieden“ widmeten. Was sind deutsche Werte? Was hält uns als Gesellschaft zusammen? Und was ist eigentlich unsere Kultur? Fazit der lebhaften Diskussion: Der Kulturbegriff ist nichts Statisches, er muss ständig neu diskutiert werden. Begrifflichkeiten sind selbst in einer kleinen Gruppe umstritten und können deshalb nicht als objektiver Maßstab für eine gelungene Integration gelten.
„Erfahrungsaustausch ist so hilfreich und wichtig“, waren sich am Ende des gelungenen Vernetzungstages alle Lehrkräfte einig.

Hintergrund:
Die Malteser betreuen seit Sommer 2017 an 16 Standorten und Unterkünften in 13 Landkreisen Baden-Württembergs so genannte Erstorientierungskurse, um Asylbewerbern Wissen und Deutschkenntnisse zu vermitteln, die sie benötigen, um sich im Alltag zurechtzufinden. Im ersten Zyklus nahmen 245 Männer und 128 Frauen an diesen Kursen teil. Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Kurse richten sich an erster Linie an Personen mit unklarer Bleibeperspektive, die nicht aus sicheren Herkunftsländern stammen. Bis Juni 2018 werden die Malteser in Zusammenarbeit mit den örtlichen Landratsämtern und Sozialdiensten weitere Kurse anbieten.

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