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Malteser Region Baden-Württemberg

Malteser bieten Geflüchteten Einstieg in den Arbeitsmarkt

"Gemeinsam können wir mehr erreichen"

14.02.2018
Strahlend halten diese geflüchteten Frauen und Männer, die von den Maltesern in Konstanz als Pflegediensthelfer ausgebildet wurden, ihr Zertifikat in den Händen. Foto: Malteser Konstanz
Sadek H. aus Syrien arbeitet im Fahrdienst bei den Maltesern in Ravensburg-Weingarten und engagiert sich ehrenamtlich im Sanitätsdienst. Er möchte eine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen. Foto: Malteser Ravensburg-Weingarten
Zahlreiche geflüchtete Frauen und Männer nehmen an den Erste-Hilfe-Kursen teil, die die Malteser in Waiblingen regelmäßig anbieten. Foto: Malteser Waiblingen
Der aus Syrien geflüchtete Khaled C. besitzt inzwischen die deutsche Approbation als Arzt und war mit der mobilen Arztpraxis der Malteser im Landkreis Esslingen im Einsatz. Foto: Malteser

Stuttgart/Freiburg. Mit ihren Einsatz- und Freiwilligendiensten eröffnen die Malteser interessierten Migranten und Geflüchteten gute Chancen für eine gelingende Integration in den Arbeitsmarkt. „Eine Ausbildung im Pflege- oder Rettungsdienst, ein freiwilliges soziales Jahr oder der Bundesfreiwilligendienst bieten gute Möglichkeiten für Geflüchtete, soziale Kontakte zu knüpfen, Sprachkenntnisse zu verbessern, erste Arbeitserfahrungen in Deutschland zu machen und wichtige Kompetenzen oder Qualifizierungen zu erwerben, die eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft erleichtern“ betont Klaus Weber, Regionalgeschäftsführer der Malteser in Baden-Württemberg. „Wir Malteser fungieren hier als Arbeitgeber und können gleichzeitig als Beispiel für andere Träger und Unternehmen dienen, die sich in der Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt engagieren möchten.“

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg dieses Ansatzes ist die Motivation der Geflüchteten, mit der sie ihre Aufgaben in den verschiedenen Malteser Diensten ausüben. Denn nicht jede Beschäftigung ist für jeden Geflüchteten gleichermaßen geeignet. „Daher nehmen wir uns Zeit, die beruflichen Kompetenzen und Erfahrungen, die die Geflüchteten aus ihren Herkunftsländern mitbringen, genau zu erfassen, um diese Fähigkeiten und Interessen im Hinblick auf ihre spätere Berufstätigkeit bei uns Maltesern oder auch außerhalb weiterzuentwickeln“, erläutert Weber und berichtet beispielhaft von drei syrischen Flüchtlingen. „In ihren Heimatländern haben sie als Arzt, LKW-Fahrer und Marketingspezialist gearbeitet und sich bei uns Maltesern zu-nächst als ehrenamtliche Helfer im Rettungs-, Fahr- und Integrationsdienst engagiert. Inzwischen sind zwei von ihnen hauptberuflich bei uns tätig; der dritte hat eine Anstellung in einer Werbeagentur gefunden.“

Auch für Geflüchtete ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder Jugendliche ohne klare Berufsvorstellungen bieten die Malteser Möglichkeiten, um die verschiedenen Dienste kennenlernen, erste Eindrücke gewinnen und ihre Talente und Interessen entdecken zu können: In kosten-losen Erste-Hilfe-Kursen für Geflüchtete informieren Ausbilder der Malteser Jugend nicht nur über die Grundlagen der Ersten Hilfe, sondern auch über Ausbildungsmöglichkeiten bei den Maltesern wie beispielsweise die Ausbildung zum Erste-Hilfe-Ausbilder. Hierfür wurden bereits Ausbildungsmaterialien auf Arabisch erstellt. Ziel ist es, Flüchtlinge zukünftig selbst solche Kur-se anbieten zu lassen und so zu einer nachhaltigen Integration beizutragen.

An anderen Standorten bieten die Malteser für Geflüchtete Pflegekurse oder Präventionskurse gegen Gewalt an. Malteser Integrationslotsen engagieren sich auch als Ausbildungspaten, helfen beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen, üben für Vorstellungsgespräche und bringen junge Geflüchtete in Ausbildungsstellen. Für Unternehmen, denen die Integration von Geflüchteten ebenfalls ein Anliegen ist, bieten die Malteser spezielle Coaching-Programme an.

Achtung Redaktionen:
Gerne vermitteln wir Gesprächs- und Interviewpartner aus unseren vielfältigen Malteser Integrationsdiensten.
Vermittlung: Petra Ipp-Zavazal, Tel. 0171 / 3105279, Email: presse.bw(at)malteser(dot)org.

Hintergrund: Malteser Integrationslotsen und Erstorientierungskurse:

Mit den von der Bundesregierung und vom Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart geförderten Integrationslotsen haben die Malteser deutschlandweit einen ehrenamtlichen Dienst mit speziellen Schulungskonzepten für die umfassende Begleitung von Geflüchteten und Zuwanderern entwickelt. Allein in Baden-Württemberg sind an zwölf Standorten mehr als 240 Ehrenamtliche in 66 Projekten als Integrationslotsen im Einsatz und betreuen fast 1.000 Geflüchtete in ihrem Alltag.
An 16 Standorten und Unterkünften in 13 Landkreisen Baden-Württembergs betreuen die Malteser seit Sommer 2017 darüber hinaus so genannte Erstorientierungskurse, um Asylbewerbern Wissen und Deutschkenntnisse zu vermitteln, die sie benötigen, um sich im Alltag zurechtzufinden. Im ersten Zyklus nahmen 245 Männer und 128 Frauen an diesen Kursen teil. Die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Kurse richten sich an erster Linie an Per-sonen mit unklarer Bleibeperspektive, die nicht aus sicheren Herkunftsländern stammen. Bis Juni 2018 werden weitere Kurse stattfinden.

 

 

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