Navigation
Malteser Region Baden-Württemberg

Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar: Stütze in schwieriger Zeit

Malteser begleiten Familien mit schwerkranken Kindern

08.02.2018
Mit ihren derzeit 14 ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten leisten die Malteser in Baden-Württemberg einen wichtigen Beitrag zur Entlastung betroffener Familien. Foto: Malteser
Elisabeth Mogg, Koordinatorin vom Kinderhospizdienst AMALIE, und die ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin Erika Eichwald orientieren sich an den individuellen Problemen der betroffenen Familien. Foto: AMALIE
Mit vielen Veranstaltungen rund um den Kinderhospiztag machen die Malteser auf die Situation betroffener Familien aufmerksam.
Von den Maltesern ausgebildete ehrenamtliche Hospizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter betreuen und begleiten die Familien, Kinder und Jugendlichen in ihrem gewohnten Umfeld zuhause. Foto: Malteser

Der Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar schafft Aufmerksamkeit für die Situation von Familien, in denen ein Kind oder ein Elternteil lebensbedrohlich oder lebensverkürzend erkrankt ist. Denn die betroffenen Familien brauchen besondere Hilfe. Ehrenamtlich tätige Malteser Hospizmitarbeiter kümmern sich während der gesamten Lebens-, Sterbe- und Trauerphase oft über Jahre hinweg um sie. In in Baden-Württemberg bieten die Malteser an 14 Standorten Kinder- und Jugendhospizdienste an. Allein im Jahr 2016 haben hier 200 ehrenamtliche Hospizmitarbeiter mehr als 160 Familien mit einem schwerkranken Kind oder Jugendlichen oder einem sterbenden Elternteil begleitet.

Jede Woche, wenn Erika Eichwald die vierjährige Tina besucht, spielen sie gemeinsam. Die meiste Zeit spielen sie Krankenhaus. Der Blutdruck wird gemessen, das Herz wird abgehört - denn Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte gehören seit einem Jahr zu Tinas Welt. Das kleine Mädchen ist an Leukämie erkrankt. Regelmäßig muss sie in die Klinik zur Chemotherapie. Aufgrund des schlechten Immunsystems und der Gefahr einer Ansteckung darf sie den Kindergarten nicht besuchen, kann kaum nach draußen gehen und nur selten Besuch zu Hause empfangen. Die ehrenamtliche Hospizmitarbeiterin engagiert sich seit sechs Jahren beim Ambulanten Kinderhospizdienst AMALIE, einem Angebot der Stiftung Liebenau und des Malteser Hilfsdienstes im Landkreis Ravensburg und im Bodenseekreis.

Hilflosigkeit auffangen, Familien entlasten und stärken
In einem rund 100 Stunden dauernden Qualifizierungskurs hat Erika Eichwald sich von AMALIE zur ehrenamtlichen Hospizmitarbeiterin ausbilden lassen. „Das Thema Tod und Trauer gehört zu unserem Leben dazu“, erzählt die 78-jährige Seniorin, die derzeit die älteste Mitarbeiterin ist. „Ich wollte einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen, und der Umgang mit Kindern liegt mir sehr am Herzen.“ Für Erika Eichwald ist es wichtig, den Menschen zu helfen, die es härter trifft als andere. Sie will für die Kinder da sein, die gerade nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. In bereits drei Einsätzen hat sie an regelmäßigen wöchentlichen Terminen Familien begleiten, oft über einen sehr langen Zeitraum. Dabei ist sie nicht nur Spielpartnerin für die Kinder, sondern auch Ansprechpartnerin für Eltern oder Verwandte. Auch für Tinas Mutter hatte Erika Eichwald ein offenes Ohr, in Zeiten, wo es kaum Außenkontakte und nur deprimierende Geschichten aus dem Krankenhaus gab. Sie ist dafür da, ein Stück Normalität im Alltag zu ermöglichen und übernimmt auch Aufgaben, für die in den Familien wenig Zeit bleibt, wie etwa die Betreuung der Geschwister. Ihr Engagement ist Erika Eichwald aber nicht nur Herzensangelegenheit: „Auch ich brauche es, gebraucht zu werden. Ich gebe ja nicht nur, ich bekomme ganz viel zurück.“ Es ist eine schwierige Arbeit, aber nicht immer hoffnungslos. Mancher Einsatz entwickelt sich auch zu einer Mutmach-Geschichte, so wie bei der kleinen Tina. Bei ihr haben die Therapien mittlerweile gut angeschlagen, sie scheint gesund zu sein, kann den Kindergarten wieder besuchen und spielt seit kurzem am liebsten Bauernhof.

Ehrenamtliche Hospizmitarbeiter werden gesucht
Wichtig in der Arbeit ist der offene Umgang mit dem Thema Krankheit und Tod. „Es ist kein einfacher Dienst, aber wir lassen die Familien und auch ihre ehrenamtlichen Begleiter nicht allein“, so Elisabeth Mogg von AMALIE, Koordinatorin für den Landkreis Ravensburg. Einmal im Monat findet in Form einer Fortbildung, Praxisbegleitung oder Supervision ein Austausch für alle Hospizmitarbeiter statt.

Die Nachfrage durch die Familien wächst stetig und daher suchen AMALIE in Ravensburg sowie alle weiteren Malteser Kinder- und Jugendhospizdienste in Baden-Württemberg aktuell neue Interessierte für das Ehrenamt. Ganz besonders selten, aber gerade bei den Familien mit Jungen sehr begehrt, sind vor allem männliche Paten. „Auch Menschen aus anderen Kulturkreisen sind bei uns herzlich willkommen“, berichtet Elisabeth Mogg. Denn gerade die Themen Tod und Trauer werden in jedem Kulturkreis anders verarbeitet.

Rund um den Tag der Kinder- und Jugendhospizarbeit präsentieren die Malteser an mehreren Standorten ihre Arbeit und laden zu Veranstaltungen ein:

9. Februar, 20.00 Uhr, Freudenstadt: 
Das Subiaco-Kino Freudenstadt zeigt in Kooperation mit dem Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst der Malteser im Kreis Freudenstadt am Freitag, 9. Februar, ab 20 Uhr das US-amerikanische Filmdrama aus dem Jahr 2014, "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Der Film erzählt die Liebesgeschichte zweier schwerkranker Jugendlicher. Am Dienstag, 13. Februar, gibt es im Anschluss an dem Film noch ein Filmgespräch.

10. Februar, Ravensburg und Wangen:
Infostände des Ambulanten Kinderhospizdienstes AMALIE
Marienplatz Ravensburg, 9 bis 13 Uhr
Postplatz Wangen, 10 bis 13 Uhr.

3. März, 19.30 Uhr im „Alten Farrenstall“ in Faurndau: 
"Cindy, oh Cindy- steig nicht in das Traumboot der Liebe!" - Benefizveranstaltung zugunsten des ambulanten Kinder-und Jugendhospizdienstes der Malteser in Göppingen. Ein vergnüglicher Abend mit Angela Hack und Martina Knoll für nur 15,00 EUR. Karten sind im Bezirksamt in Faurndau erhältlich (Bismarckstr. 6, Tel. 07161 / 65096270)

15. März, 19.00 Uhr, Landratsamt Ostalbkreis, Stuttgarter Str. 41, Aalen:
Kurzfilmfestival „Leben leben – Freude in Trauer zulassen“ unter der Schirmherrschaft von Landrat Klaus Pavel

Weitere Informationen zur Malteser Hospizarbeit

 

Weitere Informationen