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Malteser Region Baden-Württemberg

Rettungsdienst: Malteser erfassen komplette Rettungskette elektronisch

Verbesserte Versorgung von Notfallpatienten dank landesweit einheitlicher elektronischer Einsatzdokumentation

31.08.2017
Dank einer speziell entwickelten Software, die auf handelsüblichen Tablet-PCs läuft, erfassen die Rettungsdienstmitarbeiter die komplette Rettungskette von der Alarmierung bis hin zur Übergabe an die Klinik in einem einheitlichen System. Foto: Patrick Seeger/Malteser
Schon während der Fahrt können die Rettungsdienstmitarbeiter wichtige Informationen vorab an die Notaufnahme der Klinik schicken. Foto: Patrick Seeger/Malteser
In Baden-Württemberg bilden die Malteser mit derzeit 30 Rettungswachen in 21 Landkreisen und rund 70.000 jährlichen Einsätzen eine der festen Säulen der präklinischen Notfallversorgung. Foto: Malteser

Stuttgart. Als eine der ersten Hilfsorganisationen in Baden-Württemberg setzen die Malteser nach einer erfolgreichen Testphase landesweit eine einheitliche elektronische Einsatzdokumentation um. Dank einer speziell entwickelten Software, die auf handelsüblichen Tablet-PCs läuft,  erfassen die Rettungsdienstmitarbeiter die komplette Rettungskette von der Alarmierung  über die Hilfe vor Ort und den Transport bis hin zur Übergabe an die Klinik in einem einheitlichen System. Damit erfüllen die Malteser bereits jetzt eine Vorgabe des Landesausschusses für den Rettungsdienst, welche die Rettungsdienste ab 1. Januar 2018 verpflichtet, die geleistete Hilfe schon während des Einsatzes elektronisch zu erfassen. Bisher wurden entsprechende Dokumentationen und Auswertungen nur in der notärztlichen Versorgung durchgeführt.

„Diese landesweit einheitliche elektronische Erfassung hilft uns, die Qualität der Versorgung von Notfallpatienten und Unfallopfern kontinuierlich zu bewerten und zu verbessern.  Schon während der Fahrt können unsere Mitarbeiter wichtige Informationen vorab an die Notaufnahme der Klinik schicken. Die Tablets werden drahtlos an Chipkartenleser und Drucker auf unseren Fahrzeugen gekoppelt“, erklärt Peter Neuhauser, Leiter des Malteser Rettungsdienstes in Baden-Württemberg. „Alle erfassten Daten werden an die SQR, die Stelle für Qualitätssicherung im Rettungsdienst  in Baden-Württemberg übertragen. Dort erfolgen dann die landesweiten Auswertungen zur Qualitätssicherung, um die Prozesse und Abläufe im Rettungsdienst weiter optimieren zu können.“

Dank der Möglichkeit, Formulare und Checklisten zu hinterlegen, unterstützt das von der Berliner pulsation IT GmbH entwickelte System auch eine Vielzahl von Prozessen aus dem Qualitätsmanagement der Malteser. „Es hält nicht nur die nach Medizinproduktegesetz vorgeschriebenen Bedienungsanleitungen der Medizinprodukte vor, sondern auch Datenbanken wie beispielsweise die Rote Liste zum Nachschlagen von Medikamenten“, so Neuhauser weiter. „Dank der Informationen, die hier an einem Ort zusammengeführt werden, und durch Apps, die beispielsweise im Fall von nicht deutsch sprechenden Patienten bei der Übersetzung helfen, erfahren unsere Mitarbeiter eine wertvolle Unterstützung in ihrer täglichen Arbeit.“

Bereits in der Testphase von Anfang April bis Ende Juni 2017 zeigte sich eine hohe Akzeptanz und Praxistauglichkeit des Systems. Auch über Baden-Württemberg hinaus haben weitere Malteser Dienststellen bereits großes Interesse an dem System bekundet.

Achtung Redaktionen:
Peter Neuhauser, Leiter des Malteser Rettungsdienstes in Baden-Württemberg, steht für Inter-views zur Verfügung. Vermittlung: presse.bw(at)malteser(dot)org, Tel. (0171) 310 52 79.

Hintergrund:
In Baden-Württemberg bilden die Malteser mit derzeit 30 Rettungswachen in 21 Landkreisen und rund 70.000 jährlichen Einsätzen eine der festen Säulen der präklinischen Notfallversorgung. Als Arbeitgeber bieten sie hier attraktive Bedingungen für rund 650 Mitarbeiter und vielfältige Chancen für alle, die eine berufliche Perspektive im Rettungsdienst suchen. Bundesweit leisten die Malteser mit mehr als 900.000 Einsätzen im Jahr einen unverzichtbaren Dienst für eine optimale Versorgung von Notfallpatienten und Erkrankten. Weil im Notfall jeder Handgriff sitzen muss, haben die Malteser seit 1998 ein bundesweit einheitliches und flächendeckendes Qualitätsmanagement im Rettungsdienst aufgebaut – als erste Organisation der freien Wohlfahrtspflege.

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